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Keine Schadenersatzklage gegen „Sasser“-Entwickler

Der Entwickler der Computerwürmer „Sasser“ und „Netsky“ muss nach derzeitigem Stand keine hohen Geldforderungen geschädigter Unternehmen befürchten.

dpa/lni VERDEN. Zwei Monate nach dem Urteil gegen den 19-Jährigen lägen dem Landgericht Verden noch keine Schadenersatzklagen vor, sagte Gerichtssprecherin Katharina Krützfeldt am Dienstag auf dpa-Anfrage. Der Entwickler der Internetwürmer war Anfang Juli zu einem Jahr und neun Monaten Jugendstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Experten schätzen, dass die Schädlinge im virtuellen Netz einen Millionenschaden angerichtet.

Geschädigte hätten allerdings bis Ende 2007 Zeit, ihre Ansprüche zivilrechtlich geltend zu machen, sagte Krützfeldt. „Dann ist die Sache verjährt.“ Zu den Hauptbetroffenen gehörte der Computerriese Microsoft. Die Firma hatte zur Ergreifung des Wurmentwicklers 250 000 Dollar (ca. 200 000 Euro) ausgelobt. Nach eigenen Angaben zahlte sie nach der Verurteilung des 19-Jährigen an die Hinweisgeber das Geld aus.

Für Schadensersatzforderungen von mehr als 5 000 Euro ist das Landgericht zuständig, darunter das Amtsgericht Rotenburg/Wümme. Dort waren bereits vor dem Strafprozess vier Zivilklagen mit einem Vergleich beendet worden. Dabei hatten sich die Beteiligten - unter anderem ein Anwaltsbüro und eine Versicherungsagentur - nach Angaben des Gerichts auf Zahlungen von jeweils unter 1 000 Euro geeinigt.

„Sasser“ und „Netsky“ hatten im Mai 2004 weltweit tausende Computer lahm gelegt. In ihrem Urteil vor zwei Monaten befanden die Richter, der 19-Jährige aus dem niedersächsischen Waffensen habe sich der Datenveränderung in vier Fällen und der Computersabotage in drei Fällen schuldig gemacht. Von Anfang an hatte die Staatsanwaltschaft beklagt, dass die konkrete Schadenshöhe nicht zu ermitteln war, „weil Betroffene die Mitarbeit verweigert haben“.

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