Kinderkrankheiten bei der Software
Blackberry Bold stürzt ab

Der harte Wettbewerb mit Apple hinterlässt Spuren. Das Bold, neues Top-Modell des Blackberry-Herstellers Rim, scheint unter Softwaremängeln zu leiden. Der Hersteller bestätigte auf Anfrage des Handelsblatts eine entsprechende Meldung der Onlineausgabe der FTD. Der britische Netzbetreiber Orange hat sogar bereits die Auslieferung des Bold in Großbritannien gestoppt.

DÜSSELDORF. Es werde an einer neuen Software für das Smartphone gearbeitet. In Deutschland seien derzeit keine Probleme bekannt, heißt es. Das Gerät wird sowohl von T-Mobile, als auch Vodafone vertrieben.

Anscheinend hat der hohe Zeitdruck, unter dem das neue Gerät fertiggestellt wurde, zu den Mängeln an der Software geführt. Betroffen sei bei einem "kleinen Teil" der ausgelieferten Geräte der UMTS-Empfänger. Die Folge des Fehlers seien vermehrte Verbindungsabbrüche. Bereits vergangenen Monat hatte Rim indirekt eingeräumt, Problem zu haben. Marktführer AT&T hat das Bold in den USA bis heute noch nicht auf den Markt gebracht. AT&T wolle "noch weitere Tests durchführen", hieß es damals als Begründung.

Blackberry steht mit dem Problem nicht alleine da. Insgesamt scheinen nordamerikanische Hersteller noch wenig Erfahrung mit modernen 3G-Netzen zu haben. Apple hatte mit dem Start des UMTS-fähigen iPhone-3G ähnliche Probleme, US-Kunden klagten über einen auffällig hohen Prozentsatz an Gesprächsabbrüchen und schlechter Netzabdeckung im UMTS-Bereich.

Zunächst war versucht worden, das Problem auf einen Zulieferer im Chip-Bereich abzuwälzen. Dann hieß es, das UMTS-Netz von AT&T sei zu anfällig und noch im Aufbau. Mittlerweile hat ein Software-Update der iPhone-Firmware konnte die Probleme aber dann anscheinend beseitigt. Eine Gruppe von Apple-Kunden will den Hersteller trotzdem noch verklagen.

Für Rim steht viel auf dem Spiel. Nicht nur, dass der E-Mailservice und die Blackberry-Geräte bei Geschäftsleuten beliebt sind, die sehr auf Zuverlässigkeit und gute Erreichbarkeit achten. Rim will in wenigen Wochen seinen tastaturlosen "Storm" als Antwort auf das iPhone in den Markt bringen. Jetzt könnten sich viele Kunden erst einmal gegen das Telefon entscheiden und lieber abwarten, ob erneut Kinderkrankheiten auftauchen. Das Storm ist das erste Smartphone mit Berührungsbildschirm des kanadischen Herstellers.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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