Kinect
MIT stellt Fingersteuerung im „Minority Report“-Stil vor

Eingaben auf einer virtuellen Tastatur wären mit Kinect bislang nicht möglich - schließlich kann das System nicht einzelne Finger erfassen. Das zu ändern, ist jetzt Studenten am Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit Hilfe offener Treiber gelungen.
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BERLIN. Ein bisschen fühlt sich die Menüsteuerung mit Kinect an, als ob man Boxhandschuhe tragen würde - denn statt einzelner Finger kann die Bewegungssteuerung von Microsoft nur die ganze Hand erkennen. Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben es jetzt jedoch geschafft, die nutzbare Auflösung der Kinect bei einer Bildwiederholrate von 30 FPS auf rund 60 000 einzelne Punkte hochzuschrauben und alle zehn Finger einer Testperson auszulesen.

Das gelingt zum einen mit den Libfreenect-Treibern für Linux, zum anderen mit ROS - einem ebenfalls unter Linux laufenden, offenen Robot Operating System. Damit kann der Nutzer ein einfaches, auf Drehbewegungen basierendes Menü bedienen und gezielt mit seinen Fingern beispielsweise ein Bild auswählen. Die Studenten des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory haben ihre Arbeit auf einer eigens eingerichteten Webseite dokumentiert.

Ursprünglich wollte Microsoft verhindern, dass die Bewegungssteuerung Kinect mit anderer Hardware als der Xbox 360 zusammenarbeitet. Doch inzwischen hat der Entwicklungspartner Prime Sense sogar offizielle Opensource-Treiber für Windows und Linux veröffentlicht.

Das US-Unternehmen, das zusammen mit Microsoft Kinect entwickelt hat, veröffentlichte unter dem Namen OpenNI die offizielle und offene API für die Bewegungssteuerung. Sie ist für Linux und Windows erhältlich und enthält unter anderem Treiber, mit denen der Nutzer Zugriff auf die Tiefensensoren der Kinect bekommt, aber auch auf die restlichen Audio- und Videofunktionen. Umfangreiches Dokumentationsmaterial steht auf der eigens eingerichteten Webseite ebenfalls zum Download bereit.

Mit der Veröffentlichung der offiziellen Treiber dürfte sich Kinect langfristig weiter von der Xbox 360 emanzipieren. OpenNI arbeitet zudem eng mit Nite zusammen, einer Middleware von Prime Sense, die auch andere 3D-Kameras des Herstellers unterstützt.

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