Kombi-Produkte mischen Festnetzmarkt auf
Mit Kampfpreis und Vierfach-Flatrate

Festnetz, Handy, TV und Internet aus einer Hand - das ist zunehmend die Tendenz auf dem hart umkämpften deutschen Telekommunikationsmarkt. Für die Kunden soll alles ganz einfach werden - und billiger. Es gibt aber auch Schattenseiten. Vor allem die Deutsche Telekom steht dabei unter Druck.

HB DÜSSELDORF. "2007 wird das Jahr der Kombi-Produkte", sagt Martin Gutberlet vom Marktforschungsunternehmen Gartner. In die Branche ist Bewegung gekommen. So fusionieren etwa Mobilcom und Freenet zu einem Komplettanbieter und die DSL- Spezialisten Arcor und United Internet koppeln Mobilfunkangebote mit ihren schnellen Internetdiensten.

Zur Cebit werden weitere Anbieter auf den Zug aufspringen und Kombi-Produkte aus schnellem Internet und Mobilfunk präsentieren. Daneben sind die Unternehmen bemüht, sich im Konkurrenzkampf über Anwendungen zu differenzieren - hier sind Neuigkeiten rund um das Thema Internet-Fernsehen zu erwarten. Das ist aber gerade in Deutschland ein schwieriges Terrain.

Grundsätzlich werde es wegen der bestehenden anderen Empfangswege wie Kabel, Satellit und Antenne für das Web-Fernsehen schwer, sich durchzusetzen, meint Stephan Zoll von der Unternehmensberatung Mercer. Hinzu komme ein recht attraktives Angebot an frei empfangbaren Programmen, das so in anderen Ländern nicht zur Verfügung stehe. "In den nächsten fünf Jahren werden höchsten 10 Prozent aller deutschen Haushalte für IP-TV adressierbar sein", lautet die skeptische Prognose der Unternehmensberatung Arthur D. Little.

Reihenweise steigen die großen Festnetzunternehmen derzeit außerdem in den Mobilfunkmarkt ein. Seit Anfang März etwa bietet Arcor ein Konvergenzprodukt. Diese Woche, wenn die Hightechmesse in Hannover ihre Pforten öffnet, folgt Freenet, und auch die Telecom-Italia-Tochter Hansenet bereitet ein ergänzendes Mobilfunkangebot vor. Die Preise gehen dabei immer mehr in den Keller. So ist der DSL-Anbieter 1&1 seit kurzem mit einer Vierfach-Flatrate auf dem Markt, die samt Pauschaltarif fürs Handy knapp 30 Euro kostet.

Bei solchen Preisen sei kaum noch Geld zu verdienen, meint Arno Wilfert von der Unternehmensberatung Arthur D. Little. Daher dürften die Anbieter auf der Cebit auch versuchen, die Kunden zum selben Tarif etwa mit höherem Übertragungstempo zu ködern.

Denn Wachstumspotenzial ist aus Sicht des Experten im Markt noch reichlich vorhanden. Nachdem die Zahl der Breitbandanschlüsse bereits 2006 um vier Millionen auf knapp 15 Millionen emporgeschnellt ist, dürften in den nächsten zwei bis drei Jahren noch einmal eben so viele hinzukommen, erwartet Wilfert.

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