Kommentar
Wikipedia muss sich neuen Gruppen öffnen

Wikipedia gibt sich nach außen offen und vielfältig, doch der Plattform gehen allmählich die Autoren aus. Das elitäre Klima schreckt neue Mitstreiter oft ab. Das Fundament der deutschen Wikipedia bröckelt.
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So offen und vielfältig sich Wikipedia im Internet auch präsentieren mag, letztlich plagt die Mitmach-Enzyklopädie gerade in Deutschland das gleiche Problem, das auch Unternehmen umtreibt: Die Mitstreiter sind sich einfach zu ähnlich. Siemens-Chef Peter Löscher hat das mal auf die Formel „weiß, deutsch, männlich“ gebracht - und meinte damit die Topmanager seines Konzerns. Genau das sind auch die meisten Autoren des Online-Lexikons.

Der einzige Unterschied: ihr Alter. Die Artikel schreiben fast nur junge, gebildete Männer, die sich dafür täglich im Schnitt zwei Stunden Zeit nehmen. Personaler würden sagen: Der Talentpool ist begrenzt. Oder auf gut Deutsch: Der Plattform gehen die neuen Autoren aus. Und daher haben die Koordinatoren im Wikipedia-Verein erkannt: Sie brauchen mehr Vielfalt. Sonst endet das Projekt bald wie die letzte gedruckte Brockhaus-Enzyklopädie. Die ist im Jahr 2005 stehen geblieben.

Das Fundament der deutschen Wikipedia bröckelt: So schnell wie hierzulande sinkt die Zahl der neuen Autoren in keinem anderen Land, rund 1.000 sind es noch jeden Monat. Wer sich überhaupt noch für die Plattform begeistern kann, bleibt nicht lange. Nicht einmal jeder fünfte ist nach einem Jahr noch aktiv. Das heißt nichts anderes, als dass ein kleiner Kern fast alles selbst macht. Neue Ideen, neue Sichtweisen? Fehlanzeige.

Wikipedia erzeugt ein „Wir-Gefühl“, eine Gemeinschaft, die von der Grundidee der Plattform zusammengehalten wird: Wissen soll frei verfügbar sein. Das „Wir-Gefühl“ schafft einen ideellen Lohn für die ehrenamtlichen Autoren, aber offenbar auch ein geschlossenes System, dessen Mitglieder kaum Lust auf Neues und Neue haben. In den Unternehmen beklagen Führungsfrauen die geschlossenen Zirkel der männlich dominierten Top-Ebene, bei Wikipedia beklagen sich Macher selbst.

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Wo sollen die neuen Autoren herkommen?

Kommentare zu " Kommentar: Wikipedia muss sich neuen Gruppen öffnen"

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  • Die alt-eingesessenen Wikipedia-Autoren, die sich so pedantisch verhalten, sollten ihren Status aberkannt bekommen - und am besten für mindestens ein Jahr von der Plattform verbannt werden. Viele viele Benutzer haben versucht die deutsche Wikipedia ein wenig besser zu machen, und ich trau mich wetten, dass 90% all dieser Verbesserungen von diesen "alten Pedanten" wieder rückgängig gemacht wurden, weil etwas nach - von ihnen selbst aufgestellten - Relevanzkriterien einfach - für sie - nicht relevant war.
    Wenn wieder nur eine Handvoll Menschen entscheidet, was in diese Enzyklopädie kommen kann und was nicht, dann hab ich eben keine Lust zu schreiben. Solange sich an dieser deutschen Wiki-Gemeinschaft nichts ändert, werde ich mich von ihr fernhalten. Ich habe in der englischen Wikipedia editiert, die gleichen Änderungen wie in der Deutschen und wurde mit offenen Armen empfangen. Aber eben nur dort. Deutsche haben hier wohl noch ein bisschen zu lernen.

  • Die Art und Weise, wie mit neuen Autoren umgegangen wird ist schon erschreckend bei der WikiPedia. Dazu die Diskussion um die Relevanz vieler Themen. Wenn zu viel irrelevant erklärt wird, gibt es halt auch zu viele, die kein Interesse haben mitzumachen. Die PlusPedia geht hier einen aderen Weg - ohne Relevanzkriterien. Sie ist natürilch nicht so groß wie die WP - aber schon beachtlich.

  • Die Art und Weise, wie mit neuen Autoren umgegangen wird ist schon erschreckend bei der WikiPedia. Dazu die Diskussion um die Relevanz vieler Themen. Wenn zu viel irrelevant erklärt wird, gibt es halt auch zu viele, die kein Interesse haben mitzumachen. Die PlusPedia geht hier einen aderen Weg - ohne Relevanzkriterien. Sie ist natürilch nicht so groß wie die WP - aber schon beachtlich.

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