Kommunikationsdienst
Combots hofft auf Erfolg mit bunten Figuren

Nun springen sie und sollen endlich die Umsätze ankurbeln - die bunten Figuren im neuen Kommunikationsdienst Combots. Auf der Funkausstellung in Berlin startete das gleichnamige Karlsruher Internet-Unternehmen sein mit viel Spannung erwartetes Kernprodukt. Immer wieder war der "Launch" verschoben worden.

FRANKFURT. Das Kommunikationstool ist das einzige Produkt von Combots. Das Unternehmen ist die Nachfolgegesellschaft des ehemaligen Internet-Dienstleisters Web.de, der sein gesamtes Portalgeschäft im vergangenen Jahr an den Rivalen United Internet verkauft hatte. Seitdem hat Combots - das Unternehmen macht derzeit kaum Umsatz, hockt aber auf liquiden Mitteln von fast einer halben Milliarde Euro - gut 30 Mill. Euro in die Entwicklung des Kommunikationsdienstes gesteckt.

Doch die Skepsis ist groß. Zwar hat es Firmengründer Michael Greve ähnlich wie Apple-Chef Steve Jobs gut verstanden, um die Details seines neuen Produktes ein großes Geheimnis zu machen. Doch als Mitte Juli erstmals der Vorhang gehoben wurde, war die Enttäuschung groß, denn viele Funktionen sind nicht neu.

Combots verbindet Internet, E-Mail, Telefonie und SMS. So turnen beispielsweise die bunten Comicfiguren als Symbole für die engsten Bekannten des Nutzers auf dem Bildschirm herum. Durch einen einfachen Mausklick auf die Figur stellt das System dann eine Telefonverbindung her. Oder es werden Bilder auf die Figur gezogen und so die Dateien rasch übermittelt.

Experten sind skeptisch

Experten wie etwa die Analysten von Independent Research sind gleichwohl skeptisch und fragen sich, wie Combots jemals Geld verdienen will. Denn viele dieser Funktionen gibt es bereits. Instant Messaging ist längst etabliert, und Skype hat die Internettelefonie marktfähig gemacht, selbst der Datenaustausch ist heute kaum noch ein größeres Problem.

Die Karlsruher wollen ihr Programm zunächst in einer Testphase kostenlos anbieten. Wie lange die dauert, ist jedem Nutzer selbst überlassen. Er entscheidet, ab wann er die eigentlich vorgesehene Monatsgebühr von 1,99 bis 2,99 Euro entrichtet. Eine andere Umsatzquelle sollen Zusatzprodukte sein, etwa der Kauf neuer lustiger Comicfiguren, um auf dem Computer den wachsenden Bekanntenkreis darzustellen. Spätestens damit ist aber klar, dass Combots vor allem auf das jüngere Publikum schielt und auf einen neuen Hype ähnlich wie bei den Handy-Klingeltönen hofft.

Immerhin gibt es Branchenkenner, die den Karlsruhern einiges zutrauen. So rechneten die Analysten der West LB vor kurzem vor, dass Combots schon bald die Umsatzmarke von 20 Mill. Euro erreichen könne.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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