Komplizen bei Verbreitung der Viren
„Sasser“-Entwickler war nicht allein

Der am Wochenende gefasste Programmierer der Computer-Würmer „Sasser“ und „Netsky“ hatte womöglich Unterstützung. Die Ermittler in Niedersachsen haben nach dem millionenfachen Viren-Angriff auf Computer nun auch mögliche Komplizen des 18-Jährigen im Visier.

HB HANNOVER. Ein Bekannter des 18-Jährigen habe zugegeben, den Virus „Netsky“ mit in Umlauf gebracht zu haben, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwoch in Hannover. Den Quellcode habe er von dem 18-Jährigen erhalten. Die Ermittler hatten am Dienstag fünf Wohnungen von Bekannten des Berufsfachschülers durchsucht. Nähere Angaben zu den Verdächtigen machten die Fahnder nicht.

Der Hauptverdächtige bleibt aber der geständige 18-Jährige. „Er war der Drahtzieher“, betonte der Leiter der Staatsanwaltschaft Verden, Helmut Trentmann. Der Jugendliche hatte die Programmierung des Internet-Wurms „Sasser“ gestanden. Auch „Netsky“ - ein Vorläufer von „Sasser“ - soll von ihm stammen. „Sasser“ hatte weltweit Mill. Computer infiziert. Die Rechner stürzten immer wieder ab. Betroffen waren unter anderem die US-Fluggesellschaft Delta Airlines und die Europäische Kommission.

Die Staatsanwaltschaft Verden rechnet damit, dass ein Prozess gegen den 18-Jährigen in einigen Wochen vor dem Jugendschöffengericht Rotenburg beginnen könnte. Dem Jugendlichen wird Computer-Sabotage vorgeworfen. Ihm droht auch eine erhebliche Schadenersatzforderung.

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