Kongress in Berlin
Verantwortungsgefühl bei Suchmaschinen gefordert

Nach einem internationalen Kongress in Berlin mehren sich die Stimmen, die mehr publizistische Verantwortung der Betreiber von Internet-Suchmaschinen fordern.

dpa DÜSELDORF/BERLIN. Die Verantwortung für die Nutzung von Suchmaschinen könne nicht nur Nutzern zugeschoben werden, sagte am Mittwoch der Direktor der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM), Norbert Schneider. „Es gibt nicht nur eine Nutzerethik, sondern auch eine Anbieterethik.“ Am vergangenen Dienstag hatten Medienexperten in Berlin über die „Macht der Suchmaschinen“ diskutiert und mehr Kontrolle und Verantwortungsgefühl gefordert.

Die Betreiber weisen Regulierung und eine über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehende Selbstkontrolle zurück. Sie verstehen sich als Anbieter einer rein mathematisch basierten Suchtechnologie, die keine Eingriffe erlaubt. Der Forderung nach Sanktionen schließt sich Schneider nicht an. Wegen der globalen Aktivitäten der Anbieter könnten sie von der Medienaufsicht zurzeit nicht durchgesetzt werden. In Deutschland haben sich die Suchmaschinenbetreiber im vergangenen Jahr auf einen Verhaltenscodex vor allem zum Jugendschutz geeinigt.

Die Suchmaschinen-Anbieter Yahoo!, Microsoft MSN und allen voran Google sind mit mehr als 90 Prozent Marktanteil in Deutschland nach Ansicht des Medienexperten Marcel Machill zu einem Informationsfilter geworden. Die Reihenfolge in deren Trefferlisten könne auch Auswirkungen auf die Meinungsbildung haben.

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