Konica-Minolta versucht, den Marktführer HP herauszufordern
Markt für Farblaserdrucker kann nur über Lösungsangebote wachsen

Preiswerte Farblaserdrucker sollen mehr Farbe auf Bürodokumente bringen. Doch bisher verhinderten hohe Kosten und ein geringere Druckgeschwindigkeit den Durchbruch.

HB MÜNCHEN. Seit einigen Jahren bemühen sich die Hersteller von Laserdrucker, Farbe auch mit ihrer Technik auf Dokumente und Broschüren der Bürowelt zu bringen. Diese war bis dahin nur mit Tintenstrahldruckern oder kostspieligen Thermoprintern möglich. Doch der Absatz von Farblaserdruckern lief bisher zögerlicher als es den Anbietern lieb ist. Deutlich höhere Seitenkosten und eine langsamere Druckgeschwindigkeit waren die Gründe.

Das habe sich geändert, teilte Konica-Minolta vor kurzem bei der Vorstellung neuer Geräte mit. Der Konzern ist bei Farblasern die Nummer zwei hinter Marktführer Hewlett-Packard (HP). Das japanische Unternehmen versucht mit neuen leistungsstarken Geräten HP herauszufordern. Die Frage einer langsameren Geschwindigkeit sei kein Problem mehr, so Konica. So seien heute um die 20 Seiten pro Minute sind kein Problem. Möglich machen das Entwicklungen wie die Single-Pass Drucktechnik, die schnelle Druckgeschwindigkeit bei hoher Qualität liefert.

Anders ist die Situation bei den Kosten. Auf den ersten Blick scheinen diese im Vergleich zum reinen Schwarz-Weiß-Druck höher. Das liegt in der Natur der Sache, der Technik. Ein Farblaserdrucker braucht vier Toner-Kartuschen (3 Grundfarben und Schwarz), um arbeiten zu können. Das schreckt Heimbüros oder kleinere Büroeinheiten ab, wenn es um den Einkauf des Druckermaterials geht. Während die Preise für die Geräte seit einem Angebotsboom im vergangenen Jahr schon bei etwa 400 Euro beginnen, liegen die Preise für Farbtonerkartuschen bei knapp 200 Euro, Schwarz-Weiß-Toner bei etwa 100 Euro.

Das ist sicher ein Hemmschuh, liegen doch die Kosten für einen kompletten Toner-Satz für Farblaser zwischen 700 und 800 Euro. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass die einzelnen Farbkartuschen nur gewechselt werden, wenn der Toner für diese Farbe zu Ende geht. Die wahren Kosten müssen somit in Tests für den jeweiligen Fall ermittelt werden. Hier sind die Hersteller in der Pflicht, in entsprechenden Szenarien Kostenmuster pro Seite zu ermitteln, soll der Absatz von Farblaser gesteigert werden. Dieser wächst zwar langsam, doch der Anteil der Farblaser lag im vergangenen Jahr bei knapp zehn Prozent aller Laserdrucker.

Mehr Aufmerksamkeit durch Farbe

Rechtzeitig mit der Saison der Herbst- und Jahresendanschaffungen versucht die Branche, seine Kunden für einen verstärkten Einsatz von Farbdruck in Büros zu begeistern: Präsentationen, Broschüren oder Marketingmaterialien in Farbe erhöhen die Aufmerksamkeit und transportieren Informationen nachhaltiger, so das Motto. Dabei zitieren Anbieter wie HP oder Konica-Minolta gerne Studien aus den USA. So sei

  • die Chance, dass eine Postsendung in Farbe gelesen wird, um 55 Prozent größer als in Schwarz-weiß.
  • Farbdrucke erhöhen das Leseinteresse um 80 Prozent
  • Die Lesekonzentration sei um 82 Prozent höher, wenn der Text in Farbe ist
  • Vertriebsmaterial in Farbe erhöhe die Kaufbereitschaft um 80 Prozent
  • Die Wiedererkennung einer Marke liege um 70 Prozent höher, wenn ein Farblogo eingesetzt wird
  • Es werden 77 Prozent mehr Informationen wahrgenommen und diese um 70 Prozent schneller verstanden, wenn sie in Farbe präsentiert werden.



Langsamer Marktwandel zu Mehrzweck-Farblaser vorhergesagt

Nach Angaben von Konica-Minolta ist Europa der wichtigste Absatzmarkt für Farblaserdrucker weltweit. Der japanische Hersteller rechnet im laufenden Jahr mit einem Anteil von 53 Prozent in Europa, 34 Prozent in Nord- und Südamerika, 7 Prozent in der Region Asien/Pazifik sowie 6 Prozent in Japan.

Eine Marktuntersuchung der Gartner Group aus dem vergangenen Jahr zeigt dabei die derzeitigen Größenverhältnisse in Deutschland. So wurden in den ersten drei Quartalen 2003 in Deutschland rund 754 000 Laserdrucker verkauft. Davon 68 000 Farb-Laserdrucker. Das entspricht zwar einem Zuwachs von rund 84 Prozent, zeigt jedoch dass der Anteil von Farbe noch immer unter 10 Prozent liegt.

Nach Angaben von IDC wurde 2003 der Markt für Farblaser von HP (39,5 Prozent nach Umsatz) beherrscht. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Konica-Minolta (14 Prozent) und Epson (13,8 Prozent). Weitere Anbieter sind Oki, Xerox, Lexmark, Ricoh, Brother, Kyocera-Mita, Canon und Samsung. Dabei sieht Analyst Paul Withington für die kommenden Jahre ein leichtes, aber stetiges Wachstums des Marktanteils von Mehrzweck-Laserdrucker, die im mittleren und oberen Leistungsbereich von Kopiergeräten abstammen. Mit dem Beginn eines Niedergang von reinen Schwarz-Weiß-Lasern sei aber erst in einigen Jahren zu rechnen, sagte Withington zum Handelsblatt. Der Weg dorthin müsse vor allem über überzeugende Lösungsangebote für einen erschwinglichen Einsatz von Farbe in Bürodokumenten führen.

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