Konkurrenz für Apples iPod
Microsoft bringt eigenen Musikspieler

Der Softwarekonzern Microsoft will mit einem eigenen digitalen Musikspielgerät den iPod von Marktführer Apple attackieren. Die ersten Geräte, die derzeit unter dem Arbeitstitel Zune entwickelt werden, sollen noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, wie Microsoft mitteilte.

lou/HB DÜSSELDORF. Anders als der iPod soll Zune über die Funktechnik Wifi drahtlose Verbindungen zum Internet und zu anderen Zune-Geräten herstellen können. Das ist nach Ansicht von Experten ein wichtiger Vorteil, weil Nutzer von digitalen Musikspielern sich die Lieder aus dem Internet laden.

Microsoft gab die Nachricht in einer kurzen Email bekannt und hielt sich zu den Einzelheiten noch bedeckt. Konkurrent Apple wollte zu den Plänen des Softwarekonzerns keine Stellung nehmen.

Analysten gehen davon aus, dass es für Microsoft aber schwierig wird, ein Prestigeprodukt wie den iPod anzugreifen. "Microsoft muss sich hier ganz klar auf eine Schlacht gefasst machen, wenn es ein Lifestyle-Gerät schaffen will", sagte Marktforscher Michael Gartenberg von JupiterResearch. Ein Marktbeobachter verwies zudem auf das iPod-Konkurrenzprodukt von Sony, das bei weitem nicht an die Verkaufszahlen von Apple heran komme. Apple hatte den iPod vor fünf Jahren eingeführt und inzwischen 58 Mill. Stück verkauft. Konzernchef Steve Jobs äußerte sich noch am Mittwoch bei der Präsentation der Quartalszahlen euphorisch zur Zukunft des iPods. "Wir blicken äußerst enthusiastisch auf die zukünftigen iPods unserer Produktplanung", erklärte er. Eine Sättigung der Märkte sei noch nicht absehbar. "Da gibt es noch einige Menschen zu bestücken." Der iPod hatte sich vor allem wegen seines innovativen Designs gegenüber anderen Musikabspielgeräten durchgesetzt.

Für Microsoft ist es jedoch nicht das erste Mal, dass er in unbekannten Gewässern fischt: Ende 2001 hatte der Softwarehersteller mit seiner Konsole für Videospiele, der X-Box, die Playstation von Sony angegriffen. Bisher hat Microsoft mit der X-Box zwar viel Geld verloren, ist aber immerhin zum schärfsten Konkurrenten von Sony geworden.

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