Konkurrenz von Papier und Elektronik
Jugend bevorzugt das Internet

Digitale Medien gewinnen bei Jugendlichen zunehmend an Bedeutung. Die klassischen Printmedien rücken dagegen in die zweite Reihe. Damit müssen sich die Informationsanbieter neuen Herausforderungen stellen.

hiz DÜSSELDORF. Das Internet wird zu einem immer stärkeren Konkurrenten klassischer Medien. Eine Studie des Jugendmarktforschungs-Unternehmens Tfactory zeigt, dass die 11- bis 29-jährigen digitale Medien dem bedruckten Papier vorziehen. Selbst ausführliche Texte werden von den Befragten mittlerweile lieber am Computerbildschirm gelesen. Damit müssen sich die Informationsanbieter wie Verlage neuen Herausforderungen stellen. Derzeit wird die Ausrichtung auf digitale Medien in vielen Häusern jedoch noch halbherzig betrieben. Hintergrund hierfür ist die problematische Erlössituation aufgrund der noch vorherrschenden „kostenlos“-Kultur im Internet. Allerdings zeigen Initiativen wie i-Tune, ein vom Computerhersteller Apple betriebener Vertrieb von Musikstücken über das Internet, dass auch über das Netz Umsatz generiert werden kann. Auch die werbetreibende Industrie hat erkannt, dass an dem Medium Internet letztendlich kein Weg vorbei führt. Die steigenden Werbeumsätze im Netz sind hierfür ein Indiz. Für die Werbetreibenden sind Jugendliche sowieso die attraktivste Zielgruppe, wodurch sich dieser Trend noch verschärfen wird.

Für die Befragten ist das Internet wegen des schnellen Zugriffs auf eine Fülle von Informationen attraktiv. Auf der anderen Seite sind die Lesegewohnheiten dieser Zielgruppe noch nicht so ausgeprägt, wie bei Älteren, die sich – mangels Internet – seit ihrer Jugend über Printmedien informiert haben. Die Verbreitung von schnellen Zugängen unterstützt den Trend zu digitalen Medien zusätzlich.

Neben dem Trend zur verstärkten Textrezeption in digitalen Medien stellten die Marktforscher zwei weitere bestimmende Trends fest, die unabhängig von den Medien sind. Die Pluralisierungstendenzen in den Jugendkulturen sind demnach am Ende angelangt. Die Jugend wird wieder homogener. Außerdem nehmen die Jugendlichen ihre Integration in die Gesellschaft offenbar selbst vor. Die wichtigsten Ratgeber für sie sind dabei die Freunde. Eltern, Familie, Schule und Arbeit treten in ihrer Bedeutung zurück. Für die Studie wurden repräsentativ 900 Jugendliche im Alter von elf- bis 29-Jähre befragt.

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