Konzern bietet nicht für Wimax-Frequenzen
Telekom pfeift auf schnellen Datenfunk

Die Deutsche Telekom steigt aus der WiMax-Technik für schnelle, drahtlose Internetzugänge aus. Obwohl die Funktechnologie „grundsätzlich interessant“ sei, setzt der Ex-Monopolist nun auf ein anderes Pferd.

HB DÜSSELDORF. Wie die Breitband-Sparte T-Com am Freitag in Bonn mitteilte, beteiligt sich das Unternehmen nicht an der anstehenden Versteigerung der entsprechenden Frequenzpakete für die Funktechnologie WiMax (Worldwide Interoperability for Microwave Access) durch die Bundesnetzagentur. Stattdessen kündigte T-Com an, die leitungsgebundene DSL-Technik sowohl in der Reichweite als auch in der Geschwindigkeit weiter ausbauen zu wollen. Die Telekom setzt obendrein auf ihre UMTS-Mobilfunkfrequenzen.

Das Unternehmen erklärte am Freitag, WiMax sei grundsätzlich eine interessante breitbandige Technologie. Sie stelle im Hinblick auf bisher nicht mit T-DSL versorgte Gebiete für die Telekom jedoch technisch und wirtschaftlich keine Alternative zur ständig fortschreitenden leitungsgebundenen Technik dar.

Bei der Erprobung der Funktechnologie hatte die Telekom zwei Geschäftsideen verfolgt. Zum einen war der Einsatz der WiMax-Technologie als fester Internetzugang in bisher nicht mit T-DSL versorgten Gebieten geplant. Zum anderen sollte durch den Aufbau so genannter Hot Zones zusätzlich ein ortsungebundener, breitbandiger Internetzugang in bereits mit T-DSL versorgten Gebieten geschaffen werden. Das ist mit WiMax, aber auch der Mobilfunktechnik UMTS/HSDPA möglich.

Der Konzern wolle sich jetzt weiter auf den Auf- und Ausbau der leitungsgebundenen Technik konzentrieren. Zudem stehe im Unternehmen bereits die Funktechnologie UMTS/HSDPA für weitergehende Kundenwünsche zur Verfügung, heißt es in der Mitteilung der Telekom weiter. Immerhin könnte die neue Technik dem Mobilfunk nach Ansicht von Experten Konkurrenz machen.

Die Bundesnetzagentur will im Dezember mit der Versteigerung von Frequenzen für WiMax beginnen. Vorgesehen ist diese Technik unter anderem für Gebiete auf dem Land, die bisher nicht an das schnelle Internet DSL oder an das Fernsehkabelnetz angeschlossen sind. Die Behörde hatte sich für das Auktionsverfahren entschieden, da weitaus mehr Anträge eingegangen waren als Frequenzen zur Verfügung stehen. Unter den 102 Interessenten war bisher auch die Telekom. „Wir betrachten WiMax als einen weiteren Schlüssel beim Engagement für eine flächendeckende Breitbandversorgung in der Bundesrepublik“, hatte Telekom-Festnetzchef Walter Raizner noch im März gesagt. Die Bundesnetzagentur schließt ihre Liste für Auktionsteilnehmer am 8. November.

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