Kooperation mit MGM und Constantin
T-Online will mit Filmportal ins Wohnzimmer einziehen

Europas größter Internetdienst T-Online und eine Tochterfirma des US-Filmstudios Metro-Goldwyn-Mayer wollen zusammen Videofilme für den Abruf über das Internet anbieten. Außerdem Constantin Film für das geplante Video-Angebot im Internet gewonnen.

HB FRANKFURT. T-Online teilte am Montag in Darmstadt mit, MGM und Constantin stellten aus ihren Archiven alte und neue Filme für das Internet-Portal T-Online Vision on TV zur Verfügung. Dort könnten die Kunden dann mittels schneller Internet-Verbindungen (DSL) die Filme gegen Entgelt über ein spezielles Empfangsgerät auf ihren Fernseher herunterladen (Video-on-Demand). Von dem Angebot verspricht sich T-Online eine höhere Auslastung des Netzes, zusätzliche Einnahmen und eine höhere Verbreitung von hochmargigen DSL-Anschlüssen.

Durch die jüngsten Vereinbarungen erhält T-Online eigenen Angaben zufolge Zugriff auf das mit rund 4000 Filmen weltgrößte Filmarchiv von MGM und auf die Sammlung des größten deutschen Filmverleihs. In den Archiven der beiden Unternehmen finden sich unter anderem Kinoerfolge wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder „Der Schuh des Manitu“.

T-Online machte keine Angaben zu den finanziellen Details der Vereinbarungen mit MGM und Constantin. Mit dem zu Vivendi gehörenden Studio Universal und dem von Steven Spielberg initiierten Studio Dreamworks hatte T-Online bereits vor Wochen Vereinbarungen für Video-On-Demand getroffen. Gespräche mit weiteren Produktionsstudios laufen den Angaben zufolge noch.

Das im Frühjahr von T-Online angekündigte Video-Angebot soll in den kommenden Wochen mit einem Gesamtangebot von 400 bis 500 Filmen auf Abruf starten. Zehn bis 15 Filme werden jeweils automatisch auf das Empfangsgerät der Kunden gespielt, die übrigen müssen manuell heruntergeladen werden. Für die Nutzung eines Film für 24 Stunden sollen die Internet-Kunden nach Unternehmensangaben drei bis vier Euro zahlen. Die nötigen Empfangsgeräte, die Fujitsu Siemens herstellt und für 1000 bis 1500 € selbst vermarkte, sollen ab Mitte November in Handel verfügbar sein.

Mittelfristig will T-Online mit seinem Angebot die Internet-Nutzer verstärkt vor den Fernseher locken. Denn neben Video-Filmen können die Kunden künftig auch E-Mails auf dem TV-Schirm bearbeiten und im Internet surfen. Damit unterscheidet sich das T-Online-Angebot von der Ende 2001 vom Konkurrenten Arcor gestartet Internet-Videothek, die an den Computer angebunden ist.

Geplant ist laut T-Online zudem, künftig den Empfang des Bezahl-Fernsehsenders Premiere über die Fujitsu Siemens-Empfangsbox zu ermöglichen. „Dieses Vorhaben wird aber nicht zu Marktstart realisiert werden“, sagte ein T-Online-Sprecher. Durch die Integration des Bezahlsenders werde künftig ein eigenes Empfangsgerät für die Entschlüsselung des Premiere-Programms überflüssig.

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