Kooperation statt Konfrontation
Intel beteiligt sich am 100-Dollar-Notebook

Zwischen dem gemeinnützigen Projekt „One Laptop per Child" (OLPC) und Intel gab es in der Vergangenheit Spannungen, denn Intel will den Markt selbst beackern. Nun hat Intel den Widerstands gegen das „100-Dollar-Laptop" aufgegeben und setzt stattdessen auf Kooperation.

HB BOSTON. Der Chiphersteller wird künftig im Vorstand von OLPC vertreten sein und das Projekt auch finanziell unterstützen, wie beide Seiten mitteilten. Bislang war Intel nicht gut auf das Vorhaben von Nicholas Negroponte, dem früheren Direktor des Media Labs des Massachusetts Institute of Technology (MIT), zu sprechen, einen nur 100 Dollar teuren Rechner für Kinder in Entwicklungsländern zu entwicklen. Intel-Chef Craig Barrett nannte den inzwischen XO getauften kleinen, bunten Rechner ein „Spielzeug“. Zudem begann der Chip-Konzern kürzlich auch damit, einen eigenen so genannten Classmate PC zu verkaufen, der mit einem Preis von 225 Dollar ebenfalls auf den Markt der Bildungseinrichtungen in Schwellen- und Entwicklungsländern zielt.

Der XO kostet derzeit rund 175 Dollar pro Stück, der Preis soll aber mit einer steigenden Zahl von Bestellungen auf die angestrebten 100 Dollar sinken. Die neue Partnerschaft von OLPC und Intel könnte nun dazu führen, dass die Rechner gemeinsam vermarktet werden. So könnte der Classmate PC in städtischen Gebieten zum Einsatz kommen, da er einen Stromanschluss braucht. Der XO hingegen, der dank einer Kurbel auch ohne Stromnetz läuft, wäre dann etwas für die eher ländlichen Gebiete. „Es gibt da zahllose verschiedene Szenarien“, erklärte Intel-Direktor William Swope. „Wir glauben nicht, dass sie alle durch ein Format, eine Technik oder durch ein Produkt bedient werden können.“

Intel dürfte aber durchaus auch noch weitere Motive habe. Denn bislang läuft der XO ausschließlich mit Prozessoren des Konkurrenten AMD. Und die ersten Geräte, die im Herbst ausgeliefert werden sollen, werden auch weiter mit AMD-Prozessoren ausgestattet sein. Bei künftigen Versionen will sich Intel aber dem Wettbewerb um die XO-Ausstattung stellen, wie Swope erklärte, „denn wir glauben, dass wir erstklassiges Silizium herstellen.“

» Website des „One Laptop per Child"-Projekts
» Website von Intels Classmate PC

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