Kopierschutz
Sony BMG zwingt Musikliebhaber zum patchen

Sony BMG hat abermals mit einer Kopierschutztechnik für Musik-CDs ins Fettnäpfchen getreten. Ein Programm, dass sich beim Abspielen der CD auf dem PC installiert, macht den Rechner angreifbar für Hacker. Ausbaden soll das der Nutzer.

HB LOS ANGELES. Das Unternehmenteilte am Dienstag in Los Angeles mit, dass 5,7 Mill. CDs mit einer fehlerhaften Technik gegen die Verbreitung von Raubkopien ausgeliefert worden seien. Dies macht die Installation eines Software-Patches erforderlich, mit der der Fehler behoben werden soll. Bislang sind Software-Patches vor allem zur Behebung von Sicherheitslücken des Betriebssystems Windows bekannt.

Die betroffene Kopierschutz-Software Media Max habe ein Sicherheitsproblem, erklärte Sony-BMG-Manager Thomas Hesse. Media Max 5 ist auf 27 CD-Titeln enthalten, darunter „Unplugged“ von Alicia Keys. Die Software begrenzt die Anzahl von Kopiervorgängen der Musik-CD. Die Sicherheitslücke wurde von der Organisation Electronic Frontier Foundation (EFF) entdeckt.

Erst kürzlich hatte Sony eine andere Kopierschutztechnik namens XCP zurückgezogen, bei der heimlich ein Programm auf dem PC installiert wurde. Das öffnete Trojanern die Tür zum heimischen Rechner. Der Aufschrei in der Netzgemeinde war groß.

„Wir haben gelernt, dass wir zu einem gewissen Ausmaß im Software-Geschäft tätig sind und wir uns auch entsprechend verhalten sollten“, sagte Hesse. Das Thema Software-Kopierschutz an sich hat Sony nämlich noch nicht zu den Akten gelegt. „Im Laufe des nächsten Jahres“ werde es für Europa ein neues so genanntes digitales Rechtemanagement (DRM) geben, das ein begrenztes Kopieren erlaube, hatte Sony BMG Continental Europe kurz nach dem XCP-Desaster bekannt gegeben. Derzeit prüfe das Unternehmen noch verschiedene Softwaretypen.

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