Kredit-Scoring
Wie brisant sind die Schufa-Pläne?

Arme Freunde, kein Geld? Die Schufa steht nach Experimenten mit Online-Daten a la Facebook in der Kritik. Ein näherer Blick auf die Pläne zeigt: Das eigentlich brisante ist nicht die Auswertung der Facebook-Daten.
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DüsseldorfDie Wirtschaftsauskunftei Schufa steht wegen eines Forschungsprojekts zur Auswertung von Daten aus Sozialen Netzwerken und anderen Online-Quellen weiter im Kreuzfeuer der Kritik. Der Verbraucherbeirat des Unternehmens bat den Vorstand, so schnell wie möglich eine gemeinsame Sitzung anzusetzen. Beiratsmitglied Uli Röhm sagte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa, er könne nicht verstehen, wie man „bei der derzeitigen Diskussion über Soziale Netzwerke anfängt, so blauäugig zu forschen“. Die Schufa will in dem Forschungsprojekt prüfen, ob und wie Informationen aus dem Internet zur Berechnung der Kreditwürdigkeit genutzt werden können.

Hauptquelle der Informationen für die Schufa sind die rund 7000 Vertragspartner wie Banken, Leasingunternehmern, Telekommunikationsanbietern, Versand- und Handelshäusern sowie Energieversorgern. Wer hier in Verzug gerät, dessen Bonität wird abgewertet – ganz individuell. Doch schon immer hat die Auskunftei auch allgemein zugängliche und öffentliche Daten bei der Bewertung des Scorings bewertet.

Ob dazu in Zukunft auch Online-Quellen wie soziale Online-Netzwerke, Twitter oder Google Street View zählen sollen, das wollte die Schufa in Grundlagenexperimenten prüfen lassen – und stößt damit bei Datenschützern und Politik auf Widerstand. Dabei wäre eine Auswertung öffentlich verfügbarer Daten schon heute rechtlich möglich. Das Bundesdatenschutzgesetz erlaubt die Speicherung auch personenbezogener Daten, wenn diese aus allgemein zugänglichen Quellen stammt - und nur um diese geht es, wie ein Schufa-Sprecher im Gespräch mit Spiegel Online deutlich machte.

Nutzer öffentlicher Online-Plattformen sollten sich ohnehin keiner Illusion hingeben:  Die öffentlich verfügbaren Informationen in Netzwerken wie Facebook, Xing, LinkedIn oder Twitter werden auch von anderen interessierten Personen ausgewertet – sei es ein potentieller Arbeitgeber oder Geschäftspartner. Selbst Fälle, in denen eine private Krankenversicherung oder Scheidungsanwälte Facebook-Daten nutzten, sind schon bekannt geworden.

Freunde verbergen

Gegen die Nutzung des Facebook-Freundeskreises zum Data Mining gibt es ein einfaches Mittel: Die Freunde können für Nutzer, die keine Freunde sind, verborgen werden. Die entsprechende Option hat Facebook aber gut versteckt. Der Nutzer muss zunächst das eigene Profil aufrufen und dort auf „Freunde“ klicken, dann auf „Bearbeiten“. Standardmäßig sind die Freunde für alle sichtbar – sie können auch entweder niemanden oder nur Freunden angezeigt werden. Auch eine individuelle Einstellung ist möglich, beispielsweise so, dass nur bestimmte Personen oder Freunde in einer bestimmten Liste die Freunde sehen dürfen.

Kommentare zu " Kredit-Scoring: Wie brisant sind die Schufa-Pläne?"

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  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
    „Nicht persönlich werden“
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ich messe also auch wie hoch der EigenANteil bei der Erfindungshöhe einer Idee ist. Ein Goethe ist nicht zuletzt die Summe der ihn umgebenden äußeren Einflüe.

    Und wenn Friedmann recht hat dann können wir unser Justizsystem abschaffen weil wir eine freiwiliigkeit eienr Tatbegehung niemals werden anchweisen können- genausowenig wie einen Fremdsteuereung.



  • Euer Proxy/Gatewaa-Sysop ist derjenige der nach außen den Kopf hinhält genau eie der Herausgeber eienr Zeitung das für unter Pseudonym arbeitende Redaktuere tur.

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