Kriminalität: BKA warnt vor gefälschten E-Mails

Kriminalität
BKA warnt vor gefälschten E-Mails

Kriminelle haben erneut gefälschte E-Mails mit dem Absender Bundeskriminalamt (BKA) in Umlauf gebracht. Das BKA in Wiesbaden warnte alle Empfänger dringend davor, den Dateianhang der E-Mails zu öffnen.

dpa WIESBADEN. Kriminelle haben erneut gefälschte E-Mails mit dem Absender Bundeskriminalamt (BKA) in Umlauf gebracht. Das BKA in Wiesbaden warnte alle Empfänger dringend davor, den Dateianhang der E-Mails zu öffnen.

Die E-Mails stammten nicht vom BKA. Der Anhang enthalte eine „Schadsoftware“, die sich unter Umständen beim Öffnen automatisch per E-Mail weiterversendet oder andere Schäden verursacht. Die Mehrheit der aktuellen Virenschutzprogramme erkenne die Datei nicht als Schädling, betonte das BKA. Die Behörde war am Mittwochabend nach Anrufen verunsicherter Bürger auf die Mails aufmerksam geworden und hatte umgehend ihre Warnung veröffentlicht.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt ebenfalls eindringlich vor der gefälschten Mail. BSI-Sprecher Matthias Gärtner sagte der dpa: „Die E-Mail enthält als Dateianhang einen so genannten 'Trojaner', der weitere Schadsoftware aus dem Internet herunterlädt.“ Werde der Dateianhang geöffnet, installiere sich automatisch ein Schadprogramm auf dem Computer, das anschließend weitere Schädlinge aus dem Internet auf dem befallenen Rechner einzurichten versuche. „Mit Hilfe von Trojanern sind Internetkriminelle potenziell in der Lage, persönliche Daten und Passwörter etwa für das Online-Banking auszuspionieren oder einen Computer fernzusteuern“, erklärt Gärtner.

Die Telefonleitungen des Bundeskriminalamtes waren am Donnerstag überlastet. Die unbekannten Autoren der Mails hatten nicht nur das BKA als Absender genannt, sondern für Rückfragen auch Telefonnummern der Behörde einschließlich der Nummer der Pressestelle. Außerdem schickten viele verunsicherte E-Mail-Empfänger ihre elektronische Post umgehend an das BKA weiter. Die Behörde bat dringend darum, das zu unterlassen.

Das BKA stellte die Warnung vor den E-Mails zusammen mit Ratschlägen gegen den Anhang auch auf seine Homepage im Internet (http://www.bka.de). Dort gebe es zudem einen Link zum BSI. Auf eine der BKA-Leitungen wurde zudem eine Tonbandansage geschaltet mit Ratschlägen, wie mit den Mails umgegangen werden sollte. „Unsere Tipps sind: Auf keinen Fall den Anhang öffnen und die E-Mail löschen“, fasste ein Sprecher die Ratschläge zusammen. Außerdem sollten Betroffene möglichst bald aktualisierte Virenschutzprogramme nutzen.

Bereits im November 2005 war eine ähnliche Mail in Umlauf gesetzt worden, die damals in Deutschland, Österreich und der Schweiz kursierten. Damals war es ein so genannter Wurm namens „Sober“, der sich beim Öffnen der Mail automatisch an die Im Adressbuch des Rechners gelisteten Adressen weiterversendet. Auch damals hatte es einen Ansturm Rat suchender Bürger auf die BKA-Telefone gegeben. Im November 2005 hatten außerdem Englische Mail-Adressen ähnliche elektronische Briefe mit dem gefälschten Absender der amerikanischen Bundespolizei FBI erhalten. Die amerikanische Behörde gab deshalb ebenfalls eine Warnung heraus.

In der neuen gefälschten Mail heißt es ähnlich wie im November 2005, den Angeschriebenen stehe eine Strafanzeige ins Haus, weil sie illegal Filme, Software oder Mp3s heruntergeladen hätten. Die Angeschriebenen werden aufgefordert, den Anhang auszudrucken und zusammen mit einer Stellungnahme an das BKA zu faxen. Die Art der Software im Anhang ist laut BKA noch nicht klassifiziert. Die Behörde riet, nicht nur die Mails zu löschen, sondern auch möglichst bald aktualisierte Virenschutzprogramme zu nutzen.

„Das ist kein Spaß mehr“, kommentierte Gärtner die jüngste Attacke. „Das ist schlicht kriminell.“ Denn längst stammten die Angriffe nicht mehr von „ethisch motivierten Hackern“, die auf Sicherheitslücken aufmerksam machen wollten, sondern von professionellen Kriminellen, die es auf das Geld der Nutzer abgesehen haben.

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