Kriminalität im Internet steigt kontinuierlich
Trojaner lösen Viren und Würmer ab

Während herkömmliche Viren und Würmer an Bedeutung verlieren, versuchen immer mehr Dropper oder Downloader Kennwörter und Kontodaten zu erschnüffeln. Fast die Hälfte aller neu entdeckten Schädlinge gehört zu dieser neuen Generation.

hiz DÜSSELDORF. Die Beobachtungen der Antivirenfachleute der Panda Labs in den ersten Monaten dieses Jahres zeigen, dass die Blütezeit herkömmlicher Viren und Würmer vorüber ist. Siebzig Prozent aller neu entdeckten digitalen Schädlinge wurden gezielt für kriminelle Zwecke entwickelt. Damit wird bestätigt, dass die Malware-Programmierer ihre Entwicklungen einsetzen, um Geld mit illegalen Mitteln zu verdienen.

Von den entdeckten Angriffen waren 40 Prozent zum Ausspionieren der Internet-Gewohnheiten von Usern gedacht. Beliebt bei den Viren-Programmierern waren vor allem Trojaner, die zum Stehlen von Passwörtern sowie Bank-Zugangsdaten eingesetzt werden. Sie machten 17 Prozent der Malware aus, gefolgt von acht Prozent bösartigen Dialern, die überteuerte Telefonverbindungen aufbauen. "Trojaner werden vermehrt eingesetzt, weil sie extrem vielfältig und wandelbar sind. Die große Variationsbreite ist einer der wichtigsten Vorteile beim Entwickeln von neuen Mustern", erklärt Luis Corrons, Direktor der Panda Labs.

Jeder 25. Schädling war Teil eines so genannten Bot-Netzwerkes. Darunter versteht man verseuchte Rechner, die vom Verursacher ferngesteuert werden können. Diese Netze werden von den Programmierern zum Versand von Spam-Mails oder für gezielte Hackerangriffe vermietet oder verkauft. Bots schafften es auf den zweiten Platz und unterstreichen damit ihren immer größer werdenden Wert für Internet Betrüger.

Der „traditionelle“ E-Mail-Wurm war früher mal einer der Hauptdarsteller im Malware-Szenario. Im aktuellen Ranking macht er lediglich einen Anteil von vier Prozent aus. "Epidemien, die von Würmern verursacht werden, erregen zuviel Aufmerksamkeit und können deshalb nicht für den Online-Diebstahl eingesetzt werden. Spyware, Trojaner und Bots beherrschen momentan den Malware-Markt, weil sie sich unbemerkt in Systemen installieren und agieren können", klagt Luis Corrons.

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