Kritik an neuer Messenger-App
„Was nimmt Facebook sich eigentlich raus?“

Facebook-Nutzer brauchen jetzt eine separate App, um mobil mit ihren Freunden zu chatten. Das sorgt für Ärger, Nutzer und Blogger fürchten um ihre Daten. Facebook versichert: Man wolle bloß einem Trend gerecht werden.
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DüsseldorfFacebook-Nutzer, die mobil auf das soziale Netzwerk zugreifen, können nicht mehr wie gewohnt mit anderen chatten. Seitdem Facebook seinen Chat-Dienst von der allgemeinen Smartphone-App abgekoppelt hat, müssen sich die User erst eine separate Messenger-Anwendung herunterladen, bevor sie sich mit ihren Freunden austauschen können.

Im Netz sorgt das für mächtig Ärger: In den App-Stores von Apple und Google erhält die App fast nur noch schlechte Bewertungen. Zudem machen die Nutzer ihrem Ärger in den Bewertungen Luft. Man werde gezwungen, eine App zu installieren, um seine Nachrichten auf Facebook lesen zu können, und habe keine Wahl, schreibt ein User. „Das ist eine pure Frechheit und Nötigung!“

„Was nimmt Facebook sich eigentlich raus?“ fragt eine Nutzerin verärgert. Für eine andere ist klar: „Zuckerberg zeigt uns mal wieder, wie man Kunden verärgert und trotzdem Geld macht.“

Ein weiterer Nutzer schlägt vor, man solle am besten gleich Facebook löschen. „Echt mies, dazu genötigt zu werden, zusätzlich Apps downzuloaden und somit noch mehr private Informationen freizugeben!“

Tatsächlich sind die AGBs der Messenger-App nicht ohne. Wer die Anwendung benutzen will, der muss ihr nicht nur erlauben, jederzeit SMS verschicken zu können. Das Programm will auch die Erlaubnis, Anrufe zu tätigen, das Netzwerk zu wechseln und Audiofiles oder Fotos machen zu können, listet der amerikanische Blogger Nick Russo empört auf.

Auch der deutsche Journalist und Blogger Jörg Schieb kritisiert Facebook: Das Unternehmen habe gleich zwei Mal eine Linie überschritten und den Bogen überspannt, so der Autor. „Zum einen mögen Internetnutzer keinen Zwang. Doch sie werden gerade gezwungen, eine App zu verwenden. Dann kommt aber auch noch gleichzeitig ein erheblicher Mangel an Privatsphäre dazu. Das ist too much.“

Ein Facebook-Sprecher hingegen rechtfertigt das neue Verfahren: Deutschland sei das letzte Land, in dem die Umstellung auf zwei getrennte Apps vollzogen worden sei. „In den skandinavischen Ländern beispielsweise haben wir extrem positiv Feedback bekommen.“ Die Kritik, die hierzulande geäußert werde, komme offenbar häufig von Nutzern, die die Messenger-Anwendung gar nicht heruntergeladen hätten.

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Technische und strategische Gründe

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  • Man kommt um Facebook leider nicht herum, ob man will oder nicht. Trotzdem ist und bleibt Facebook nur gequirlte Sch.....

  • "Facebook wer ?" Hab ich nicht, will ich nicht, brauch ich nicht.

  • etz mal ohne die ganze Datendiskussion, die Strategie die Facebook hier verfolgt ist echt nix für mich. Ich bin einer dieser Nutzer, die alles gern in einer app hätten. Und des Geschwafel von 'app schneller machen' is doch komplett an den Haaren vorbeigezogen. Als ob heutige Smartphones von der Rechenpower her irgendein Problem damit hätten!
    Und selbst wenn, dann schalt ich doch zuerst ein paar hirnrissige Funktionen wie das automatische Abspielen von Videos, sobald man drüber scrollt, aus.
    Übrigens gibt's für die aktuelle iPhone-app nen kleinen workaround, mit dem man doch keinen Messenger braucht: Wenn die app dich auffordern Messenger zu installieren, tip 'install', Wechsel aber gleich wieder zurück zur FB app und tip wieder auf Messages, und schon is alles wie vorher (aehem, welcher Code wurde jetzt genau entfernt?!?)

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