Kritik zensiert
Facebook demonstriert seine Macht

Facebook hat seinen Nutzern verboten, das Wort Lamebook zu verwenden – eine Parodie-Website, der das Unternehmen eine Markenrechtsverletzung vorwirft. Die Sperre des Worts ist inzwischen wieder aufgehoben und das größte soziale Netzwerk hat sich entschuldigt. Doch der Fall zeigt, wie abhängig die Facebook-Nutzer von der Gnade des Konzerns sind.
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BERLIN. Ein harmloses Blog mit zweifelhaftem Humor führt derzeit vor, was es bedeutet, wenn eine halbe Milliarde Menschen ihre Kommunikation einem Anbieter anvertraut: Sie werden abhängig von dessen Willen. Lamebook heißt die Seite in Veralberung des Ursprungsnamens. Sie beschäftigt sich damit, nach ihrer Meinung lustige Statusmeldungen und Bilder aus Facebook herauszupicken und gesammelt zu präsentieren.

Facebook findet das gar nicht lustig und hat erstens die Betreiber wegen Markenrechtsverletzung verklagt. Zweitens, und für das Thema Freiheit im Netz viel relevanter, hat es innerhalb von Facebook den Begriff "Lamebook" gesperrt.

Die Fan-Page von Lamebook innerhalb von Facebook wurde gelöscht, und von außen war es nicht mehr möglich, die Website zu mögen, der Like-Knopf war abgeschaltet. Wer in Facebook zu der Website verlinken wollte, konnte das nicht. Auch in Statusmeldungen wurde der Begriff unterdrückt. Wer in einer Facebook-Mail den Namen benutzte, bekam eine Fehlermeldung: "Diese Nachricht enthält gesperrten Inhalt, der als missbräuchlich oder als Spam gekennzeichnet wurde."

Die Blockade ging so weit, dass Facebook sich in die Kommentar-Threads einzelner User einmischte und sie vor der Verwendung des Begriffes warnte - wie Lamebook selbst dokumentiert.

Ein Kevin schrieb in seine Statusmeldungen den Beginn eines sogenannten Knock-Knock-Jokes: "Klopf, klopf." Eine Natalie ging auf den Gag ein und antwortete: "Wer ist da?" Kevin: "LAME..." Natalie: "Lame wer?" Um sofort eine Antwort von Facebook zu bekommen mit den drohenden Worten: "Hey Kev, wenn ich du wäre, würde ich den Witz nicht beenden."

Lamebook soll in der Welt Facebooks offensichtlich nicht mehr existieren. Gegenüber dem Technologieblog Techcrunch rechtfertigte Facebook sich mit den eigenen Geschäftsbedingungen, die es verböten, Dinge zu posten, die Rechte anderer Personen verletzten.

Die Totalblockade geschah zwar nur für wenige Stunden in der Nacht zum Dienstag. Doch sie zeigte, welche Macht in der Tatsache verborgen ist, dass so viele Menschen so vieles über das Netzwerk teilen. Bestimmte Dinge können einfach ausgesperrt werden.

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  • schön blöd, wer sich auch hier noch etwas diktieren lassen lässt

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