Kritiker fürchten Verletzungen der Privatsphäre der Kunden
Beim Thema Funkchips sehen Bürgerrechtler rot

Trotz aller Begeisterung und Hoffnungen, die mit den Funketiketten verbunden sind - RFID stößt auch auf große Kritik. Vor allem Bürgerrechtsvereinen und Verbraucherschutz-Institutionen sind die RFID-Tags ein Dorn im Auge. Sie sehen insbesondere durch den breiten Einsatz auf Produkten die Privatsphäre der Bürger verletzt.

HB/jkn HANNOVER. Zu den wohl heftigsten Kritikern zählt der Bielefelder Verein FoeBuD. Zusammen mit anderen internationalen Organisationen hat er vor einiger Zeit ein umfassendes Positionspapier verfasst, um RFID in die Grenzen zu weisen. Gefordert wird dort unter anderem die Schaffung einer neutralen Instanz, die die gesellschaftlichen Folgen von RFID untersuchen soll. Außerdem sollen die Firmen exakt angeben, zu welchen Zwecken sie die Daten erheben und wie die Informationen verarbeitet werden. Zudem müsse Kunden erlaubt werden, nach RFID-Tags zu suchen und diese unbrauchbar zu machen. Völlig aussichtslos ist wohl der Appell an die Firmen, den Einsatz von RFID freiwillig nach hinten zu schieben. Dazu sind die wirtschaftlichen Interessen an der Technologie einfach zu stark.

Dennoch verhallt die Kritik nicht ungehört. So hat sich der Metro - Konzern vor kurzem dazu entschlossen, die im Testmarkt Future-Store eingesetzten Kundenkarten mit RFID-Chip aus dem Verkehr zu ziehen. Zwar hatten die Funkchips hier lediglich den auf den normalen Payback-Karten befindlichen Barcode ersetzt und waren zudem offiziellen Angaben zu Folge nur im Future-Store nutzbar.

Dennoch hatten die RFID-Gegner heftige Kritik an dem Einsatz der Karten geübt. Die Vorwürfe: Könne der Besitzer der gängigen Payback-Karte die Datenerfassung selbst bestimmen - etwa durch die Herausgabe der Karte -, werde er bei RFID automatisch und ohne Wissen erfasst. Zudem könnte über an den Eingängen im Future-Store installierte Antennen genau festgestellt werden, welcher Kunde wann den Laden betritt und wieder verlässt.

Metro sieht sich zu Unrecht beschuldigt. Die Antennen würden nur dem Diebstahlschutz dienen, heißt es dort. Zudem habe man sich schriftlich zum Datenschutz verpflichtet. Dennoch gab der Handelsriese am Ende klein bei und tauschte die RFID-Karten in normale Payback-Karten um.

Die Industrie hat die Diskussion um die RFID-Technologie längst als Marktlücke entdeckt. So hat die Sicherheitsfirma RSA Security Laboratories eine Methode entwickelt, mit der die ungewollte Übermittlung der Daten verhindert werden kann. Der Trick: Der RFID-Blocker irritiert die Empfänger, in dem er sie mit Daten überflutet.

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