Kündigungsgebühr der Telekom soll sinken
Wechsel zur Telekom-Konkurrenz wird offenbar billiger

Die Deutsche Telekom und ihre Konkurrenten streiten seit langem über das vom Ex-Monopolisten geforderte Kündigungsentgelt, wenn ein Kunde zu einem anderen Anbieter wechselt. Nach Angaben aus Branchenkreisen können die Wettbewerber nun mit einer starken Preissenkung rechnen.

HB DÜSSELDORF. Wie Dow Jones Newswires erfuhr, dürfte die Bundesnetzagentur nächste Woche eine erhebliche Verringerung des Kündigungsentgeltes bekannt geben, das Wettbewerber bei der Übernahme eines Endkundenanschlusses an die Telekom zahlen müssen. Die Bonner Behörde habe signalisiert, dass sie hier deutlichen Spielraum sehe, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Erwartet werde eine Halbierung des Preises, der derzeit bei 19,95 Euro liegt.

Die Bundesnetzagentur bestätigte, dass sie ihre Entscheidung am kommenden Mittwoch verkünden wird. Zum Inhalt wollte die frühere Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post vorab keine Stellungnahme abgeben. Die Telekom hat eine Anhebung der Kündigungsgebühr um fast 42 % auf 38,92 Euro beantragt. Ihre Konkurrenten sehen in diesem Entgelt ein Wettbewerbshindernis und fordern seit langem die Abschaffung. Die in Aussicht stehende klare Senkung wäre aber zumindest schon eine spürbare Erleichterung für den Wettbewerb, hieß es in den Kreisen.

Das Kündigungsentgelt fällt an, wenn ein Kunde der Telekom den Rücken kehrt und mit dem Hausanschluss zu einem anderen Anbieter wechselt. Die Konkurrenten fühlen sich hier benachteiligt, weil Unternehmen, die ohne teure eigene Infastruktur lediglich Anschlüsse der Telekom weiterverkaufen, Provisionen erhalten. Dies sei eine nicht hinnehmbare Wettbewerbsverzerrung. Hinzu komme, dass in anderen europäischen Ländern solche Zahlungen nicht erhoben würden, argumentieren sie.

Neben dem Kündigungsgeld muss die Netzagentur noch einen weiteren Großhandelspreis neu festsetzen - das Entgelt für die Freischaltung des übernommenen Hausanschlusses. Hier berechnet die Telekom in der häufigsten Variante ohne Schaltarbeiten beim Kunden bislang 47,97 Euro und verlangt jetzt eine Erhöhung auf 74,03 Euro. Auch hier hoffen die Wettbewerber aber auf eine Absenkung durch die Bundesnetzagentur.

Diese hatte im April bereits die monatliche Miete für den Hausanschluss um knapp 10 % auf 10,65 Euro herabgesetzt. Die Telekom hatte eine Erhöhung auf 17,40 Euro beantragt, während sich die alternativen Carrier, auch mit Blick auf die anderen europäischen Länder, für einen Preis unter 10 Euro ausgesprochen hatten. Für diesen Fall hatten die kommunalen und regionalen Netzbetreiber einen erhebliche Ausbau der Infrastruktur vor allem in den dünn versorgten ländlichen Gebieten in Aussicht gestellt. Aber auch bei einer Senkung der Einmalentgelte wollen sie trotz der für sie noch immer zu hohen Monatsmiete deutlich stärker in den Netzausbau investieren als bisher.

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