Kurznachrichten
Forscher lüften das Twitter-Geheimnis

Wer Twitter nicht aktiv benutzt, für den ist das Phänomen schwer zu fassen: Was soll so faszinierend daran sein, 140 Zeichen kurze Nachrichten darüber zu lesen, was andere gerade tun? Forscher aus Südkorea haben sich Twitter nun wissenschaftlich angenommen – und räumen dabei mit weit verbreiteten Mythen über das Medium auf.
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DÜSSELDORF. Der Hype um Twitter bleibt für viele ein Mysterium: Nicht wenige melden sich bei dem Kurnachrichtendienst an, schreiben ein paar Nachrichten, abonnieren die Nachrichten von einigen anderen Benutzern – und hören schnell wieder auf. Nach einer Studie des IT-Dienstleisters Barracuda Networks twittert nur jeder fünfte angemeldete Benutzer dauerhaft aktiv – viele Nutzer schreiben nicht einmal zehn Nachrichten nach der Anmeldung, verlieren also schnell das Interesse.

Bei anderen schlägt das Unverständnis über das Twitter-Phänomen in Feindseligkeit um: In der „Zeit“ forderte ein Autor schon „Schluss mit dem Geschnatter“ und bezeichnete den Dienst als „Klowand des Internets“. Der ehemalige New-York-Times-Kolumnist David Bouchier nannte Twitter das Medium der sprachlich verarmten. Kulturpessimisten sind sich einig: Die Kurznachrichten sind Ausdruck einer SMS-artig verkürzten Jugendsprache und Twitter ist ein Hort der Belanglosigkeiten.

Twitter ist ein soziales Nachrichtenmedium

Feinde und Enttäuschte von Twitter könnten eines gemeinsam haben: Dass sie den eigentlichen Nutzen des Kurznachrichtendienstes nicht verstanden haben. Denn Twitter wird keineswegs überwiegend als soziales Netzwerk genutzt, um Freunden mitzuteilen, wie und wann man sich gerade die Zähne putzt oder einkaufen geht. Vielmehr handelt es sich in erster Linie um ein Medium zur Verbreitung von Nachrichten, wie die Informatiker Haewoon Kwak, Changhyun Lee, Hosung Park und Sue Moon von der südkoreanischen Kaist-Universität in einer aktuellen Studie feststellen. Dazu haben sie 41,7 Millionen Twitter-User, 1,47 Milliarden Beziehungen und 106 Millionen Kurznachrichten auf dem Portal wissenschaftlich ausgewertet.

Erfolgskonzept Retweets

Als den entscheidenden Schlüssel zum Verständnis der Twitter-Kommunikation machen die Forscher dabei die sogenannten Retweets aus. Schon früh hat sich unter Twitter-Usern der Brauch etabliert, die Nachrichten anderer Benutzer weiterzutragen. Dazu wird die entsprechende Nachricht eines anderen Twitter-Users durch ein vorangestelltes „RT @Benutzername“ wiederholt, wobei RT für Retweeting steht. Inzwischen hat Twitter diese Funktion auch fest in seinen Dienst eingebaut.

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  • Danke, endlich weiss ich, was das ist. Von den jungen Leute die ich kenne und die twittern konnte ich nur erfahren.....naja das ist wenn man....aehm....

    bei Voegeln hat twittern eine Nachrichtenfunktion: ein Vogel, der in einem baum sitzt, kann nicht gesehen werden. Also gibt er Rufe von sich: hier bin ich, dies will ich, da kommt ein Feind...etc.

    beim menschlichen Twittern ist das wie in einer Grossfamilien: alle reden durcheinander. Jeder will was loswerden. Entweder einfach nur so oder um eine Reaktion zu erreichen. Da ist es dann ja auch so, dass einer was sagt, haeufig hoert es keiner, Nichts passiert. Oder einer sagt was, andere greifen es auf und es kann was passieren. Jedenfalls hat der, der was sagt, sich ausgedrueckt und damit einen Emotiontsrueckstau vermieden.

    Kann gezielt missbraucht werden.

    Euer
    Rainer

  • OK, vermutlich eh nur Getrolle desjenigen, der nicht verstehen will und der die Komplexität der Umwelt via "brauch ich nicht, ergo taugt nix" reduziert, aber: "Der Wahrheitsgehalt ist nicht überprüfbar" -- das ist er _nie_. Reputationserwerb und ähnliche Mechanismen sind bei Twitter natürlich genauso möglich. Wo soll der Unterschied sein, wenn "tagesschau" etwas twittert und wenn "tagesschau.de" (WWW) etwas publiziert, was den "Wahrheitsgehalt" angeht?

  • Ohne diesen Artikel zu lesen, ausser die ca. ersten 140 zeichen, sehen sie sich die hier im Hb befindlichen Premiumberichte an und schreiben einen Kommentar dazu. Das ist dann ungefähr so wie Twittern.
    Die Autoren der Premiumkommentare können dann selber herausfinden ob der Kommentar zum nichtgelesenen Artikel passt.

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