Laserprodukte
Brother greift HP bei Druckern an

Der japanische Druckerhersteller Brother Intl. (Cebit, Halle 1, B03) will im hart umkämpften Markt für Laserprodukte 2008 den aktuellen Marktführer HP in Deutschland ablösen. Der Erfolg hängt stark davon ab, ob Brother bei Din-A4-Farb-Laserdruckern wachsen kann. Doch die Konkurrenz wird größer.

HANNOVER. Der Absatz von Laserdruckern, Laser-Multifunktions- und-Faxgeräten insgesamt wachse bei Brother mit über 20 Prozent pro Jahr gut fünfmal so schnell wie beim Marktführer, begründet Deutschlandchef Lothar Harbich gegenüber dem Handelsblatt seinen Optimismus.

Brother wurde 1908 im japanischen Nagoya als Nähmaschinenfabrik gegründet. Der Löwenanteil des Umsatzes wird heute mit Tinten- und zunehmend Laserdruckern erwirtschaftet. Anders als etwa Hewlett Packard hat sich Brother auf kleinere und mittlere Geräte konzentriert. "Der Trend zu Telearbeit, Heimarbeitsplätzen und kompakten Arbeitsplatzgeräten statt großer Abteilungsdrucker spielt uns jetzt in die Hände", so Harbich.

Wurden 2004 in Deutschland noch 300 000 Brother-Lasergeräte abgesetzt, waren es 2006 schon 430 000 und laut GfK damit noch rund 140 000 weniger als bei HP. Für 2009 sind bei Brother jetzt 640 000 Stück geplant.

Der Erfolg hängt stark davon ab, ob Brother bei Din-A4-Farb-Laserdruckern - hier liegt der Marktanteil noch bei zwei Prozent - wachsen kann. Dieses lukrative Marktsegment ist fest in der Hand von Firmen wie HP, Kyocera und Konica-Minolta. Bereits in zwölf Monaten soll der Brother-Marktanteil bei zehn Prozent liegen, sagt Harbich. Die erstmals auf der Cebit gezeigten A4- Geräte mit hauseigener Drucktechnologie müssen also den Löwenanteil zum Wachstum beitragen.

Und die Konkurrenz wird größer: Konica-Minolta hatte nach dem Rückzug aus dem Kamerageschäft 2006 angekündigt, sich stärker auf die Druckersparte zu konzentrieren. Koreas Marktmacht Samsung drängt seit 2006 in das Großkundengeschäft und zeigt auf der Cebit ein erstes Farblaser-Multifunktionsgerät mit Netzwerkanschluss und Direktdruck-Funktionen. Die Zielrichtung ist ebenfalls HP. Bei Mittelklasse-Multifunktionsgeräten, eine Stärke von Firmen wie Brother oder Canon, greift Kodak an. Dessen neuer Chef Antonio Perez hat jüngst die ersten Tintenstrahldrucker auf den Markt gebracht. Perez hatte zuvor bei HP die Druckersparte geleitet.

Brother Japan hat 2002 als offizielles Ziel eine Verdreifachung des Konzernumsatzes bis 2012 angekündigt. Im Finanzjahr 2006 wurden weltweit umgerechnet rund 3,35 Mrd. Euro umgesetzt. Für das laufende Finanzjahr 2007 wird der Umatz in Deutschland bei rund 300 Mill. Euro erwartet.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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