Laut Zeitungsbericht
AOL soll Nutzerzahlen aufgebläht haben

Verbilligte Internet-Zugänge für Firmenkunden halfen der Statistik auf die Sprünge, schreibt das Wall Street Journal. Doch jetzt hat AOL die Zahlen bereinigt.

HB/vwd NEW YORK. Der Internet-Anbieter AOL hat möglicherweise mit Hilfe umstrittener Marketingkampagnen ihre Kundenzahlen künstlich erhöht. Die Bereinigung der Kundendateien um diese Kunden habe zu dem überraschend hohen Kundenrückgang geführt, den das Unternehmen bei Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal am Mittwoch ausgeweisen hatte, schreibt das „Wall Street Journal“ (“WSJ)“ am Freitag. Seit 2000 sei die Kundenzahl überhöht dargestellt worden. AOL habe Sonderkampagnen mit verschiedenen US-Unternehmen durchgeführt. Den Partnern seien große Mengen an verbilligten AOL-Zugängen eingeräumt worden.

Es sei jedoch nicht klar, ob diese Zugänge jemals aktiviert wurden oder ob die Inhaber offiziell AOL-Kunden wurden. Das WSJ verweist in seinem Bericht auf den für America Online and Time zuständigen Manager, Don Logan. Dieser habe im Laufe der Woche signalisiert, dass der Rückgang der Abonnentenzahlen möglicherweise auch durch eine derartige Bereinigung bedingt worden sei.

Im Rahmen dieser Aktionen seien unter anderem an J.C. Penney und Sears Roebuck & Co Pakete mit Internet-Zugängen für deren Mitarbeiter verkauft worden. Diese Pakete hätten dann von den Unternehmen an ihre Mitarbeiter weitergegeben werden können. Der Preis für einen zeitlich begrenzten Zugang aus diesen Paketen habe zwischen einem und drei USD pro Monat betragen, regulär habe ein zeitlich begrenzter Zugänge etwa zehn USD gekostet. Durch diese Paket-Verkäufe seien, vor allem zwischen 2001 und 2002, mindestens 830.000 Abonnenten von AOL registriert worden, berichten mit der Situation bekannte Personen. Dies entspräche 16,7 Prozent der in diesem Zeitraum insgesamt verzeichneten Neukunden.

Nach Aussage von AOL-Mitarbeitern sind seit 2001 derartige Paket-Verkäufe nicht mehr durchgeführt worden. Gesetze, die den Ausweis derartiger Kunden regeln, gebe es nicht, so das WSJ. AOL hatte diese Woche mitgeteilt, 380.000 Abonnenten aus den Büchern gestrichen zu haben, da diese nicht gezahlt oder sich anderweitig regelwidrig verhalten hätten.

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