Lecks in Rohrleitungen
Software überwacht Pipelines

Jährlich gehen bis zu 12 Millionen Tonnen Rohöl während des Transports durch Pipelines verloren. Die Software eines Darmstäter Unternehmens soll nun helfen, Lecks in den Leitungen schneller aufzuspüren.

hiz DÜSSELDORF. Das Softwarehaus Magnum Automatisierung aus Darmstadt hat mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU/Osnabrück) ein Programm entwickelt, mit dem Lecks in Rohrleitungen und Pipelines entdeckt werden können. Immerhin sollen allein im ecuadorianischen Amazonasgebiet in den vergangenen 30 Jahren 74 Millionen Liter Öl aus Lecks in die Umwelt geflossen sein. Das ist weit mehr als beim Tankerunglück der Exxon Valdez ins Meer gelangte. Die Umweltbelastung durch undichte Stellen in den Leitungen ist somit immens. Experten der DBU gehen davon aus, dass zurzeit etwa fünf Prozent des transportierten Öls auf dem Weg durch die Pipelines verloren geht.

Die manuelle Überwachung der Rohrleitungen ist schwierig, da große Strecken mit teilweise schlecht erreichbaren Abschnitten zu überwinden sind. Bei kurzen Distanzen arbeiten Lecküberwachungssysteme heute schon problemlos. Ziel der Darmstäter war es, eingesetzte Lecküberwachungssysteme für lange Strecken zu erweitern. Dabei wurde nicht die Anzahl der Sensoren erhöht, sondern auf mathematische Modelle zurückgegriffen. Durch die genauere und dynamische Beschreibung der Strömungsvorgänge in den Pipelines können jetzt die Alarmschwellen empfindlicher eingestellt werden, ohne dass es zu unnötigen Fehlalarmen kommt. Mit der vorhandenen Sensorik wird im theoretischen Modell das optimale Strömungsverhalten der Pipeline von der Software simuliert. Selbst durch kleine Lecks hervorgerufene Abweichungen erkennt die Technik anhand von Störungen im Strömungsverhalten. Wenn die Daten der Sensoren vom simulierten optimalen Zustand abweichen, kann anhand der Theorie zudem ausgerechnet werden, wo das Leck aufgetreten ist.

Die ersten Feuerproben hat die neue Technik bereits in Russland und China bestanden. Selbst bei dem Härtetest in der Region um St. Petersburg hat die Technik unter schwierigen klimatischen Bedingungen Lecks schnell und sicher erkannt, wie Firmensprecher Hubert Mäncher von Magnum betont.

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