Leere Viagra-Verpackung mit Geschenk
Ebay: Verbotene Ware Plüschtier

Handel mit Drogen, Waffen und Medikamenten ist bei Ebay verboten. Auch Tiere dürfen nicht verkauft werden. Allerdings kann die Stichworterkennung ein Plüschtier nicht von einem echten unterscheiden.

"Man glaubt nicht, was da angeboten oder gesucht wird." Wenn die Ebay-Sprecherin Maike Fuest das sagt, klingt es so, als würde sie die Phantasie ihrer Kunden bewundern. Zum Beispiel die der Viagra-Händler. Der Handel mit der Potenzpille ist bei Ebay eigentlich verboten. Das wissen auch die Verkäufer - und bieten leere Verpackungen an, zu denen sie ein "Geschenk" versprechen. Wenn das Ebay-Team eine solche Auktion findet, werden die Artikel gelöscht, die Anbieter verwarnt oder suspendiert.

Wer glaubt, bei Ebay darf alles verhökert werden, täuscht sich. Auch beim Online-Auktionshaus, dem anonymsten Kaufhaus der Welt, gibt es Regeln. Allerdings gelingt es den Betreibern nicht immer, die Nutzer dazu zu bringen, sich an diese Regeln zu halten.

Weil die Menge der gehandelter Ware einfach riesig ist, gebe es auch ein "gewisses Dunkelfeld", sagt der Hamburger Anwalt und Ebay-Experte Uwe Schlömer. Dennoch warnt er windige Anbieter davor, Online-Auktionen als sicheres Feld für ihre Geschäfte und das Internet insgesamt als rechtsfreien Raum zu sehen: "Die Behörden kennen sich inzwischen ganz gut im Internet aus." Besonders streng sei Ebay bei Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, bei NS-Propaganda und Kinderpornografie, sagt Schlömer. Wer erwischt wird, kann mit einem Besuch der Polizei rechnen. Die Anbieter "heißer Ware" werden per E-Mail gewarnt, dass ein Regelverstoß vorliegen könnte. "Drogen und Waffen sind dabei eine andere Angelegenheit als ein Geweih", sagt Oliver Weyergraf vom Bereich Internetsicherheit des Unternehmens im brandenburgischen Dreilinden. "Rollt im ersten Fall der Zug Richtung Ermittlungsbehörde, ist es bei offensichtlicher Unwissenheit mit einer Verwarnung oft getan."

"Die meisten Anbieter sind aber vertrauenswürdig. Einige versuchen aber, gegen Gesetze und Regeln zu verstoßen", so Weyergraf.

Auch Tiere oder auch angebrütete Eier dürfen bei Ebay nicht verkauft werden. Kritiker bescheinigen Ebay aber Lernfähigkeit: So hatte der Biologe Axel Hirschfeld für den Deutschen Naturschutzbund (NABU) vor zwei Jahren herausgefunden, dass während eines einzigen Monats bei mehr als 1600 Auktionen verbotene Arten angeboten wurden. "Das waren meist Tierpräparate, Pelze, Felle oder Schmuckstücke."

Der NABU schaltete die Behörden ein - mit Erfolg. "Heute findet man höchstens noch 5 Prozent der Angebote von damals", so Hirschfeld.

Manchmal geht die Wachsamkeit der Ebay-Polizei aber zu weit. So wurde vor kurzem ein Anbieter von Plüschtieren per Email davor gewarnt, dass er dabei es, gegen die Gesetze zu verstoßen. Natürlich kam das Wort "Tier" im Angebot vor. Und gerade nach solchen Begriffen fahndet die Ebay-Suchmaschine.

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