Liberale Vergabepolitik geplant
EU-Domains starten womöglich erst Anfang 2005

Der offizielle Zeitplan sieht aber weiter den November 2004 als Starttermin vor. Immerhin: Das Projekt Europa-Internet-Kürzel .eu nimmt Gestalt an. Die Vergabestelle in Brüssel gab jetzt Einzelheiten bekannt.

WIESBADEN. Der für November vorgesehene Start der neuen EU-Domains könnte sich noch einmal verzögern. „Unser Ziel ist die Einführung Ende dieses Jahres, es könnte aber auch Anfang kommenden Jahres werden“, sagte Marc Van Wesemael, Chef der Vergabestelle für die Top Level Domain (TLD) .eu, Eurid, am Donnerstag bei einer Diskussionsveranstaltung in Wiesbaden. Eurid hatte erst vor einem Monat einen Zeitplan für die Einführung der seit langem erwarteten Domain-Endung .eu veröffentlicht. Darin war als Termin der November 2004 genannt worden.

Auch Experten halten den Zeitplan von Eurid für ambitioniert, zumal noch nicht alle Verträge unter Dach und Fach sind. Zwar hat die Europäische Kommission die Grundlinien der Vergabepolitik bereits beschlossen. Einzelheiten sind aber noch offen, wie Van Wesemael erläuterte. Sie sollen frühestens am 10. März von EU-Kommission und Mitgliedsstaaten verabschiedet werden. Diese sogenannten „Public Policy Rules“ legen unter anderem fest, wer .eu-Namen registrieren darf.

Fest steht nach den Worten von Van Wesemael, dass Domain-Namen mit der Endung .eu möglichst freizügig vergeben werden soll. „Es wird eine liberale Vergabepolitik geben“, betonte Eurid-Manger Wesemael im Gespräch mit dem Handelsblatt, „falls nicht, steigen wir aus.“ Jedermann werde die Möglichkeit haben, nahezu jeden Namen zu registrieren.

Um die Vergabepolitik für .eu hatte es lange Jahre Streit gegeben. So plädierte Frankreich für Restriktionen. Das Land hat sein eigenes Länderkürzel .fr stark reguliert - mit der Folge, dass französische Privatpersonen oder Unternehmen wegen der bürokratischen Hürden für ihren Internetauftritt lieber auf .com-Adressen zurückgreifen. Entsprechend liegt die Zahl der vergebenen .fr-Adressen bei gerade einmal rund 178 000. Zum Vergleich: Das deutsche Kürzel .de bringt es wegen der liberaler Vergabepolitik auf bereits mehr als 7 Millionen.

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