Linux-Rechner mit Flash-Speicher und Handkurbel
Billig-Notebook für Entwicklungsländer

Zwei Jahre nach dem Start eines Projekts für die Verteilung von Notebooks an Kinder in Entwicklungsländer kommt das ehrgeizige Vorhaben offenbar gut voran.

HB CAMBRIDGE/USA. Die Initiative "One Laptop per Child" (OLPC) (www.laptop.org/index.de.html) erwartet, dass der Computer mit einem Kaufpreis von nur hundert Dollar (80 Euro) im nächsten Jahr an bis zu sieben Mill. Kinder und Jugendliche in Thailand, Nigeria, Brasilien und Argentinien gehen wird. Auch die Regierungen in China und Ägypten haben Interesse bekundet.

Nicholas Negroponte, der Gründer des "Media Labs" am amerikanischen High-Tech-Institut MIT (Massachusetts Institute of Technology), hat das Projekt im Januar 2005 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos vorgestellt. Die Rechner sind mit dem freien Betriebssystem Linux ausgestattet und haben statt einer Festplatte einen Flash-Speicher. Eine Handkurbel liefert die Energie für den besonders stromsparenden Prozessor. Die Hardware wird in ein grelles Gehäuse gepackt, um den Handel mit gestohlenen Geräte zu erschweren.

Programmierer haben die Chance genutzt, ein neuartiges Sicherheitskonzept für den Computer zu entwickeln. Ihr Ziel ist es, den Einsatz von spezieller Anti-Viren-Software überflüssig zu machen. Die Rechte für den Zugriff auf jede Anwendung sollen stark eingeschränkt werden. Jedes Programm soll gewissermaßen von einem Zaun geschützt werden, der verhindert, dass Hacker über eine Sicherheitslücke in andere Teile des Rechners gelangen können, wie der zuständige Entwickler Ivan Krstic erklärt.

Eine besondere Herausforderung für die Sicherheit besteht darin, dass jedes Notebook mit den anderen Geräten in einem Funknetzwerk kommunizieren kann, um Daten und Programme auszutauschen und gemeinsam zu nutzen. Da gebe es natürlich schon Anlass für einige Befürchtungen, räumt Krstic ein. "Aber wir glauben, Lösungen für all diese Probleme zu haben." Um größere Schäden zu vermeiden, sollen die Daten der Notebooks auf Servern gespeichert werden, sobald der Rechner in die Reichweite des Funknetzes einer Schule kommt.

Das Notebook soll den Kindern Spaß machen und ihnen neue Bildungschancen eröffnen. Sie sollen damit herumspielen und lernen, wie ein Computer funktioniert, erklärt Walter Bender vom MIT-Media-Lab.

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