LinuxTag in Berlin
Linux – allgegenwärtig und unsichtbar

Das freie Betriebssystem Linux steuert die TV-Bedienung, treibt Smartphones an und ist für die Flugsicherung im Einsatz. Experten sprechen von einer "ganz großen Erfolgsstory". Zu besichtigen ist sie bis Samstag auf dem LinuxTag in Berlin.
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BerlinCommunity trifft Big Business: Der am Mittwoch eröffnete LinuxTag in Berlin führt Programmierer von Freiwilligen-Projekten wie Debian mit Experten von IBM, Google oder Microsoft zusammen. "Als wir angefangen haben, war das noch anders", erinnert sich der Gründer des LinuxTags, Nils Magnus. Und der Linux-Veteran Karl-Heinz Strassemeyer betont: "Es geht um Open Minds." Es dürfe keine Berührungsängste geben zwischen Open Source und den Anbietern von kommerzieller Software.

Die Grundidee der freien Software-Projekte mit dem Pinguin als Symbolfigur ist einfach: Der Quellcode (Source Code) von Software darf kein Betriebsgeheimnis sein, sondern wird allen offen zugänglich gemacht, die sich dafür interessieren. Dann kann jeder den Code verbessern, ergänzen und wieder für die Community bereitstellen, also für die Gemeinschaft aller Entwickler. Es hat sich gezeigt, dass auf diese Weise Fehler schneller entdeckt und Innovationen eher verwirklicht werden als im geschlossenen Gefüge einer Firmenhierarchie.

Die Entwicklung ist offen und für alle nachvollziehbar. Auf die gleiche Weise wie beim Start von Linux vor nahezu 20 Jahren gab jetzt der finnisch-amerikanische Initiator Linus Torvalds bekannt, dass die voraussichtlich letzte Vorabversion des Linux-Kernels 2.6.39 fertig ist: "Bitte testet das, um sicherzustellen, dass die 39er Finalversion auch gut ist!"

Auf dem Berliner Messegelände präsentieren diesmal 77 freie Projekte und 43 kommerzielle Aussteller ihre jüngsten Entwicklungen. Auf der Basis des Linux-Kernels werden umfangreiche Pakete mit Programmen für eine Vielzahl von Anwendungen geschmiedet. Eine dieser sogenannten Distributionen ist openSUSE 11.4 - dieses Projekt steht in enger Beziehung zum kommerziellen Software-Unternehmen Novell.

"Wir wollen noch mehr Software-Entwickler und -Nutzer einladen, mit uns zusammenzuarbeiten", sagt Novell-Manager Holger Dyroff im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Linux sei "eine ganz große Erfolgsstory". Und diese sei noch lange nicht beendet. "In 20 Jahren werden wir dann an dem Punkt angekommen sein, wo wir 60 bis 70 Prozent aller Server, die neu ausgeliefert werden, mit Linux betreiben" - heute seien es weltweit etwa 30 Prozent.

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