Liste der meist verbreiteten Spam-Kategorien der ersten Jahreshälfte 2005
Aktienbetrug per E-Mail ist in

Die Akzente der wachsenden Spam-Wellen verschieben sich. Während pornografische Inhalte abnehmen ist der Aktienbetrug per E-Mail auf dem Vormarsch.

hiz DÜSSELDORF. Untersuchungen der Sophos Labs zeigen, dass unter den unzähligen Spam-Mails zunehmend gefährliche Varianten zu finden sind. Nicht nur E-Mails, die Medikamente oder zinsgünstige Kredite anpreisen, verärgern Computeranwender und verstopfen die E-Mail-Fächer. Die Anzahl der Aktienbetrügereien per E-Mail nahm in diesem Jahr monatlich um durchschnittlich 10 Prozent zu.

Diese Spam-Variante war damit für 8,5 Prozent des gesamten Spam-Verkehrs zwischen Januar und Juni 2005 verantwortlich und belegt auf der Rangliste mittlerweile Platz vier. Spitzenreiter der Spam-Liste, mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent, sind nach wie vor "Arzneimittel-Spam-Mails", gefolgt von den Angeboten zinsgünstiger Kredite mit 11,1 Prozent und pornografischen Inhalten mit 9,5 Prozent.

„Die zunehmende Verbreitung von Aktienbetrugs-Mails stellt eine besorgniserregende neue Bedrohung dar. Die Spammer zielen darauf ab, per E-Mail schnell und mit wenig Kosten falsche Informationen über Firmenaktien in Umlauf zu bringen. Um potenzielle Investoren zu ködern, beinhalten die Meldungen dabei oft Auszüge aus echten Presseberichten“, klagt Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos.

Dabei ist die Vorgehensweise relativ einfach: „Die Gauner bedienen sich Unternehmen mit begrenztem Kapital und treiben deren Aktienkurswert durch ihre unseriösen Anlagetipps bewusst in die Höhe. Sobald die Betrüger ihre Anteile verkauft haben, hören sie auf, die Aktien zu bewerben. Dies führt meist dazu, dass die Kurse fallen und die Investoren letztendlich ihr Geld verlieren“, erklärt Christoph Hardy. Solche so genannten „pump-and-dump“-Aktionen, sind, wie die Ergebnisse nachweisen, meistens nur wenige Tage in Umlauf - für gewöhnlich zu Wochenanfang.

Um zu vermeiden, von einfachen Spam-Filtern abgefangen zu werden, setzen die Urheber solcher Kampagnen oft Verschleierungstechniken ein, beispielsweise verwenden sie verschiedene Schreibweisen eines Wortes wie 'st0ck' oder 'stox'.

IDC Research Manager Brian Burke bestätigt: „Die Methode des Social Engineering durch E-Mails, bei der Betrüger einen Vorteil aus der Naivität von Computeranwendern schlagen, ist im Kommen und stellt einen gefährlichen Trend dar. Aktienbetrug in Kombination mit klassischen Phishing-Techniken kann bei den Opfern solcher Schwindeleien zu einem erheblichen finanziellen Verlust führen.“

Im Internet stehen für Unternehmen und PC-Anwender Richtlinien zum Umgang mit E-Mails bereit, die helfen können, nicht auf die betrügerischen Angebote in Spam-Mails hereinzufallen.

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