Logistik
Software senkt Logistikkosten

Ohne Planungssoftware könnten große Dienstleister wie DHL, UPS oder Kühne und Nagel gar nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Programme wie von der Firma Ortec berechnen die optimale Auslastung der Kapazitäten, was Kosten, Kilometer und Arbeitszeit spart. Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft wollen die Technik weiter verbessern.

BERLIN. Verpackungen aus Wellpappe sind für jeden Disponenten eine Herausforderung. Sie sind zwar leicht, aber dafür umso sperriger. Da wundert es kaum, dass Lastwagen, die früher vom Hof des Liebensteiner Kartonagenwerks in Plößberg rollten, nicht immer ideal beladen waren - es blieben Hohlräume, und oft passte eine für den Kunden maßgeschneiderte Verpackung wider Erwarten nicht mehr auf den Lkw.

Bei der Tourenplanung konnten die Mitarbeiter der Verpackungsfirma früher nur grob schätzen, welchen Laderaum die Fracht einnehmen würde. Heute berechnet eine Software die optimale Auslastung der Kapazitäten, was unter dem Strich Kosten, Kilometer und Arbeitszeit spart. Entwickelt wurde das Programm von der Firma Ortec. Das System zur Laderaum- und Tourenplanung ermittelt zunächst den erforderlichen Laderaum. Dabei werden zunächst alle Aufträge in einer zentralen Datenbank erfasst. Ein Programm namens "Loaddesigner" plant dann automatisiert, wie die verschieden großen Verpackungen bestmöglich verstaut werden können und berücksichtigt dabei auch neu eintreffende Order.

"Sind alle Aufträge eines Tages verplant und ergeben sich noch freie Laderäume bei einzelnen Touren, können bereits produzierte, aber noch nicht zur Verladung vorgesehene Aufträge gesucht werden, um diese Plätze zu füllen", erklärt Mario Mosel, Consultant bei Ortec.

Dann werden die Fahrten geplant und die Tourlisten in der zentralen Datenbank abgelegt. Auf ihrer Basis lenkt der Computer die Abläufe im Lager und erstellt die Ladelisten. Mosel: "Mit den errechneten Abfahrtszeiten der Fahrzeuge und der Tourenreihenfolge werden dann automatisch die Prozesse im vollautomatischen Hochregallager gesteuert."

Der Optimierung machte sich für Liebensteiner schnell bemerkbar: Die Fahrzeuge seien besser ausgelastet, die Touren kostenoptimal geplant und Versand sowie Produktionsplanung besser aufeinander abgestimmt, fasst Bernhard Vetter, Projektleiter des Verpackungsherstellers, die Effekte zusammen.

Das wird zu Zeiten ständig steigenden Kostendrucks immer wichtiger: Denn entlang der Logistikkette fallen die meisten Kosten beim Transport an. Daher wird seit Jahren daran getüftelt, wie die Fahrzeuge besser ausgelastet und Leerfahrten sowie Wartezeiten vermieden werden können. Dabei wird klar, dass zusätzliche Potenziale nur gehoben werden können, wenn bei der Planung möglichst viele Einflussfaktoren berücksichtigt werden - von der Gestaltung der Verpackung bis zu Staustrecken, was eine komplexe Aufgabe mit vielen Unbekannten ist.

Jedenfalls sind die Zeiten, zu denen per Stift und Papier Touren aufgekritzelt und wieder verworfen wurden, um ein neues Streckenbild zu zeichnen, unwiderruflich vorbei. Große Dienstleister wie DHL, UPS oder Kühne und Nagel könnten ohne maßgeschneiderte Softwarelösungen gar nicht wirtschaftlich arbeiten. Das Gleiche gilt für Lebensmittelgroßhändler wie Rewe, der unter anderem auf Tools von PTV aus Karlruhe setzt.

Deren Planungssoftware berücksichtigt unter anderem Öffnungszeiten einzelner Märkte, welche Straßen für Lkws zu eng sind oder wo Umweltzonen lauern. Auf diese Weise lässt sich im Vergleich zur manuellen Planung laut PTV ein Viertel der Kosten einsparen, zumal die Software durch ihre Algorithmen gefahrene Kilometer möglichst niedrig hält. Mit rund 12 000 Euro, inklusive Installation und Schulung, ist die Lösung zwar nicht ganz billig, doch bei größeren Fuhrparks ist diese Summe bereits nach einigen Monaten wieder eingespielt.

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