Lokale Suchmaschinen
Das Handy weist den Weg

Die Bedeutung lokaler Suchmaschinen steigt. Studien zeigen, dass sich schon heute mehr als 30 Prozent aller Suchanfragen, die im Internet eingegeben werden, auf Dinge im regionalen Umfeld beziehen.

DÜSSELDORF. Die Surfer wollen wissen, wo es Handwerker oder Geschäfte in der Nähe gibt, oder suchen einen Arzt oder einen Geldautomaten. Seit kurzem gibt es dafür spezielle Angebote im Web. Die lokale Suche von Web.de hilft ebenso wie die Seiten von Go-yellow oder meinestadt.de Anbieter in der Nähe zu finden. Noch benötigt man dafür einen PC oder Taschencomputer mit Internetzugang. Die Firmen arbeiten jedoch mit Hochdruck daran, den Service aufs Handy zu bringen. Erste Pilotanwendungen sind fertig, erste lokale Suchdienste sollen in den nächsten Monaten über Mobilfunknetz übertragen werden.

Die größte Herausforderung für die Entwickler besteht darin, die Karten so zu komprimieren, dass sie schnell übertragen werden. Nur wenn das gelingt, werde ein solcher Service von den Benutzern akzeptiert, sagen Experten. Zum einen wollen diese nicht ewig warten, bis sie eine Antwort bekommen, zum anderen sind die Datentarife für Handys immer noch hoch.

Eine erste Lösung hat die Schlütersche Verlagsgesellschaft auf der Computermesse Cebit als Prototyp für die Region Hannover bereits gezeigt. Sie verwendet die patentierte Technologie des Hannoveraner Softwareentwicklers 123map, mit der sich das Datenvolumen für die Karten auf 30 Kilobyte reduzieren lässt. Das entspricht der Datenmenge von eineinhalb Textseiten und ist für die Darstellung von Stadtplänen sehr wenig. Die Daten werden mit der Flash-Technologie von Adobe Flash übertragen. "Damit erhöhen wir die Bildqualität und können sehr viel mehr Farben darstellen", sagt Karsten Hallbach, Geschäftsführer von 123map. Einziger Nachteil: Die Software arbeitet nur mit Handys, die erst jetzt auf den Markt kommen.

Auch für die Karlsruher Web.de ist die Handy-Suche ein heißes Thema. Die Firma hatte auf der Cebit ihre lokale Suche für das Internet freigeschaltet. Die Übertragung der Stadtpläne funktioniert aber noch nicht per Handy. Neben den Übertragungstechniken, die noch nicht fertig sind, müssten aber noch gewisse Rahmenbedingungen erfüllt werden, damit die lokale Suche massenmarktfähig ist, gibt Web.de-Geschäftsführer Matthias Greve zu Bedenken. Dazu gehören aus seiner Sicht mobile Datenflatrates. "Zum anderen sind die Endgeräte, mit denen eine lokale Suche unterwegs sinnvoll zu nutzen ist, im Endkundenmarkt noch nicht sehr weit verbreitet", sagt Greve.

Sobald diese verfügbar seien, könne man entsprechende Applikationen bieten. Anders als die Schlütersche verwendet Web.de das Standard-Web-Format HTML. "Damit ist unsere Anwendung sofort auf vielen Handys lauffähig", betont Greve.

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