Mail-Dienst für Web-Plattform Live
Schönheitsoperation für Microsofts Hotmail

Der freie E-Mail-Dienst von Microsoft ist in die Jahre gekommen. Während sich Yahoo oder Google mit größeren Postfächern und neuen Funktionen überschlugen, hat sich bei Hotmail zuletzt nicht so viel getan. Die meisten der weltweit 230 Millionen aktiven Nutzer warteten einfach geduldig darauf, dass der 1997 von Microsoft gekaufte Dienst von Grund auf erneuert wird. Jetzt hat Microsoft damit begonnen.

HB NEW YORK. Rund eine Million Hotmail-Nutzer nehmen am Beta-Test eines neuen E-Mail-Dienstes teil, der mit dem vorläufigen Namen „Kahuna“ bezeichnet und in das neue Live-Portal von Microsoft integriert wird. Die bislang nur in den USA verfügbare Live-Mail unterzieht Hotmail einer Art Schönheitsoperation: Die Oberfläche erinnert sehr an Outlook. So gibt es verschiedene Ebenen für die Darstellung von Absender und Betreff, für die Vorschau des E-Mail-Textes und schließlich für die unterschiedlichen Ordner wie Kontakte und Kalender.

E-Mails können nun mit der Maus in andere Ordner gezogen werden - bei Hotmail muss man bislang noch höchst anachronistisch eine Checkbox anklicken und dann über ein Drop-Down-Menü den Ordner bestimmen, in dem die Mail abgelegt werden soll. Zu den besten neuen Funktionen gehört ein Alarmsystem für E-Mails, die den Nutzer zu betrügerischen Phishing-Sites locken wollen.

Die Konkurrenten haben aber zum Teil Features zu bieten, die man bei Live-Mail vergeblich sucht - etwa die Möglichkeit von Google Mail, sich eine E-Mail-Kommunikation mit einem bestimmten Absender als Unterhaltung darstellen zu lassen. Microsoft hat auch seinen Messenger überarbeitet, aber bei Google kann man Echtzeit-Unterhaltung (Messaging) und E-Mail in einer Oberfläche vereinen, was die gleichzeitige Nutzung beider Dienste beschleunigt. Lästig ist auch die aufdringliche Werbung der Live-Mail-Oberfläche - diese verschwindet erst, wenn man für den Premium-Account zahlt. Auch Yahoo und AOL haben Werbung auf der Oberfläche, doch ist diese zurückhaltender platziert. Verglichen mit dem schlichten Google-Design wirkt die Oberfläche des neuen Mail-Dienstes von Microsoft geradezu überladen.

Auch sucht die Live-Mail nicht automatisch nach neu eingegangener Mail. Und beim Browser wird bislang allein der Microsoft-eigene Internet Explorer unterstützt, nicht aber der Firefox. Das soll sich aber bis zum Abschluss der Testphase noch ändern.

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