Mangelhafte Kontolle
Sicherheitslücke gefährdet Bankkonten

Wer im Supermarkt mit EC-Karte bezahlt, geht ein Risiko ein. Schon ein vergessener Bon an der Kasse kann das eigene Konto gefährden, wie eine Recherche des ARD-Magazins „Plusminus“ gezeigt hat. Ursache sind mangelhafte Kontrollen bei Banken.

HB FRANKFURT. Konten lassen sich mit einem simplen Fax plündern, weil die Banken Adressänderungen gar nicht oder nur lückenhaft kontrollieren. Das hat eine Recherche des ARD-Wirtschaftsmagazins „Plusminus“ ergeben. Bei einem Test erbeuteten Mitarbeiter des Magazins innerhalb von Stunden mehrere tausend Euro.

Schon wer im Supermarkt mit EC-Karte bezahlt, geht ein hohes Risiko ein. Ein vergessener Bon an der Kasse genügt, um das eigene Bankkonto zu gefährden. Denn mittels gefälschter Unterschrift lässt sich bei Angabe der Kontonummer ein fremdes Konto inklusive EC-Karte und Geheimnummer übernehmen. Ursache dafür ist die Tatsache, dass Banken sensible Unterlagen ohne ausreichende Kontrolle herausgeben. Sogar die Kontoauszüge wurden an die manipulierte Adresse geschickt.

Angesichts dieser gravierenden Sicherheitslücke bei Millionen von Bankkonten fordert der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, Konsequenzen: „Die Banken müssen reagieren und diese Sicherheitslöcher stopfen,“ so Weichert gegenüber „Plusminus“. „Im Interesse der Kunden muss hier sofort Abhilfe geschaffen werden.“

Die betroffenen Geldinstitute wollten sich zu den „Plusminus“-Recherchen nicht äußern. Der Zentrale Kreditausschuss, die Spitzenorganisation der Bankenbranche, erklärte dem Magazin: „Würden einem Kunden durch einen solchen Datenmissbrauch Schäden entstehen, müsste die Bank den Sachverhalt des jeweiligen Einzelfalls klären und ihm gegebenenfalls den Schaden ersetzen.“ Voraussetzung dafür sei allerdings, dass sich ein Kunde nicht grob fahrlässig verhalten habe.

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