Medien
Neue Internet-Formate finden Weg ins Fernsehen

Neue Unterhaltungsformate im Internet werden nach Einschätzung von Experten zunehmend die Gestaltung von Fernsehprogrammen beeinflussen.

dpa KÖLN. Beim Medienforum NRW in Köln verwies der Vorstandsvorsitzende von AOL Europe, Philip Rowley, am Mittwoch darauf, dass immer mehr Menschen eigene Beiträge wie Filmclips ins Internet stellten, wo sie von anderen Menschen beurteilt würden. Inzwischen gebe es von Internet-Plattformen gesteuerte Wettbewerbe um die besten Videoclips. Vergleichbare Formate finden sich inzwischen auch im Fernsehen.

Trotz der Zunahme interaktiver Medienangebote wird nach Ansicht des Deutschland-Chefs von Turner Broadcasting, Michael Riley, auch das traditionelle Fernsehen seine Bedeutung behalten. „Die Menschen wollen sich nach der Arbeit zurücklehnen und sich informieren und unterhalten lassen“, sagte er. Der Wettbewerb mit anderen Medien werde im Verlauf der nächsten Jahre zu einer größeren Auswahl hochwertiger Programmangebote führen. Diese würden über das lineare Fernsehen, den Abruf bestimmter Beiträge (video on demand) oder das Herunterladen am PC verbreitet.

Zur Finanzierung neuer Sendeformate im Internet gibt es in den USA auch Modelle, die im deutschen Fernsehen als Schleichwerbung verboten wären. So berichtete Rowley von einem Format bei AOL-TV, bei dem 10-Minuten-Filme von Firmen finanziert werden, deren Produkte in den Episoden vorkommen. Zuschauer fragen während der Sendung nach den Kleidungsstücken oder Gebrauchsgegenständen der Protagonisten und erhalten die Auskunft, dass sie sie online bestellen können.

Nordrhein-Westfalens Medien-Staatssekretär Thomas Kemper erinnerte zum Auftakt der Diskussion an die Verantwortung der Erziehungsberechtigten für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet. Die ersten Erfahrungen mit dem Staatsvertrag über den Jugendmedienschutz im Internet mit seinem Zusammenspiel aus „regulierter Selbstkontrolle“ und staatlicher Aufsicht seien ermutigend. Gefordert sei daneben aber auch die Medienkompetenz der Eltern, die die Auswahl von Inhalten bei ihren Kindern steuern müssten und sich auch einmischen sollten.

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