Medien
Neue Übertragungswege setzen klassische Medien unter Zugzwang

Die Zeitung als „e-paper“, Fernsehen per Handy und der Leser schreibt seine Geschichten selbst ins weltweite Datennetz: Die rasante technische Erweiterung der medialen Möglichkeiten setzt die klassischen Medien unter Zugzwang.

dpa MüNCHEN. Die Zeitung als „e-paper“, Fernsehen per Handy und der Leser schreibt seine Geschichten selbst ins weltweite Datennetz: Die rasante technische Erweiterung der medialen Möglichkeiten setzt die klassischen Medien unter Zugzwang.

„Aber sie präsentiert ihnen auch ungeahnte Möglichkeiten“, betonte der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, in einem dpa-Gespräch am Sonntag. Die BLM ist Mitveranstalter der Medientage München, die am Mittwoch (18. Oktober) beginnen und in diesem Jahr zum 20. Mal stattfinden.

„Für die dramatischen Veränderungen der technischen Möglichkeiten gilt es, die ordnungspolitischen Antworten zu finden“, sagte der BLM- Präsident. Gefragt seien neue Geschäftsmodelle und Formate für die individualisierte Mediennutzung. Mit Blick auf Bürgerjournalismus mit Blogs, Videoplattformen und weiteren interaktiven Möglichkeiten sieht Ring langfristig auch in Deutschland einen Boom. „Interaktivität wird zu einem wesentlichen Bestandteil der Mediennutzung werden.“ Die klassischen Rundfunk- und Printmedien hätten dies erkannt und suchten bereits intensiv Möglichkeiten, sich für diesen Trend zu rüsten. „Man kann die Realität ja nicht wegzaubern“, sagte Ring. „Man muss sich klar machen, dass eine Technik, die da ist, auch genutzt wird.“

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk als gebührenfinanziertes System hat nach Meinung von Privatfunkwächter Ring kein automatisches Recht auf 50-Prozent-Teilhabe an innovativen Nutzungsmöglichkeiten. „Das ist ein Überanspruch, der durch nichts zu rechtfertigen ist.“ Beteiligung von ARD und ZDF sei zwar gewollt, aber in Grenzen. „Die Frage muss lauten: Wo brauche ich den Funktionsauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und wo nicht“, mahnte Ring. „Wenn wir selbst nicht genügend Freiraum und Spielraum für Private lassen, wird das Europa lösen.“

Der dreitägige Kongress, der als wichtigste Veranstaltung dieser Art in Europa gilt, steht unter dem Motto „Medien auf Abruf - Folgen der Individualisierung für die Kommunikationsgesellschaft“. Zu den rund 90 Fachforen der diesjährigen Medientage werden rund 500 Referenten und insgesamt mehr als 7 000 Teilnehmer erwartet.

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