Medien: ZDF startet muslimisches Online-Forum

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ZDF startet muslimisches Online-Forum

Das ZDF will sein geplantes „Forum zum Freitag“ mit Internetbeiträgen zu muslimischen Glaubensfragen bis zum Sommer starten.

dpa MAINZ. Das ZDF will sein geplantes „Forum zum Freitag“ mit Internetbeiträgen zu muslimischen Glaubensfragen bis zum Sommer starten. Dabei ständen die Inhalte unter der redaktionellen Verantwortung des Senders, betonte der Vorsitzende des ZDF-Fernsehrates, Ruprecht Polenz, nach einer Sitzung des Gremiums in Mainz.

Es sei „nicht an eine Verkündungssendung gedacht“. Mit dem neuen Angebot werde das ZDF auf dem Online-Forum Ansichten, Kommentare und Gespräche als Gedanken zum Tage aus muslimischer Sicht anbieten, sagte Intendant Markus Schächter. Die Gesprächspartner sollen gemeinsam mit muslimischen Verbänden ausgewählt werden.

Fernsehratsmitglied Salomon Korn habe als Vertreter des Zentralrates der Juden das ZDF-Konzept begrüßt, sagte Schächter. „Wir haben gleichzeitig ein Spitzengespräch mit den Vertretern des Zentralrates der Juden vereinbart, in dem die Möglichkeiten und die Perspektiven für die jüdische Gemeinde - auch im Hinblick auf eine Umsetzung im Online-Bereich - erörtert werden.“ Korn hatte Mitte Februar in einem Interview für ein „Wort zum Wochenende“ für verschiedene Religionsgemeinschaften plädiert.

„Ich sehe in diesem Vorhaben eine große Chance, weil es sich ja nicht ausschließlich an Muslime in Deutschland richtet“, sagte Polenz zum „Forum am Freitag“. Das ZDF sei grundsätzlich um die Integration der 3,5 Mill. in Deutschland lebenden Muslime bemüht. Laut Schächter kommt das Angebot nach einem Jahr Probe nochmals auf den „Prüfstand“. Das inhaltliche Spektrum reiche von ethischen Themen über Spiritualität und Sinnfragen bis hin zu Kommentaren zu aktuellen Ereignissen aus muslimischer Sicht. Während den Christen der Sonntag heilig ist, ist es der Freitag für Muslime und der Samstag für Juden.

Zum so genannten Drittsenderecht, das Kirchen eigenverantwortliche Gestaltungsmöglichkeiten einräumt, sagte Schächter, dass dies nur Religionsgemeinschaften zustehe, die bundesweit öffentlich-rechtlich organisiert sind. Das Recht beziehe sich zudem nur auf Fernsehsendungen, nicht auf Online-Auftritte.

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