Medienforscher
Werbeblöcke werden aus dem Fernsehen verschwinden

Die bei vielen Zuschauern unbeliebten Werbeblöcke im Fernsehen werden nach Auffassung des Medienexperten Mike Friedrichsen mittelfristig von den Bildschirmen verschwinden.

HB FLENSBURG. „Der Trend geht dahin, Fernsehwerbung zum eigenen Genre zu machen“, sagte Friedrichsen, der am Internationalen Institut für Management der Universität Flensburg lehrt, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Beispiele seien der Touristiksender Reise-TV und das Mitmach-Fernsehen 9Live. „Das allmähliche Ableben der klassischen Werbung geht einher mit der relativ zügigen Verschmelzung von Fernsehen und Computer“, beschreibt der Forscher den weiteren Weg in die digitale Medienwelt. „Aber derzeit reißen noch die althergebrachten Fernsehspots die Zuschauer an spannenden Stellen aus ihren Filmträumen.“ In einem solchen Moment zappe ein Drittel auf andere Kanäle, sagte Friedrichsen. Immerhin zwei Drittel der Zuschauer nähmen die jeweils sieben Minuten Werbung aber „bewusst oder unbewusst wahr“. Trotzdem lehnten etwa die Hälfte Fernsehwerbung völlig ab.

Nach den Worten von Friedrichsen ist „herkömmliche Werbung als Kunstform, zumal in Verbindung mit Humor und Erotik, zwar interessant, als Vermarktungsinstrument aber immer wirkungsloser“. Werbekunden und Sender zögen daher die Konsequenzen aus mangelnden Verkaufserfolgen der bisherigen Form der Fernsehreklame. Dabei verliere auch die unterschwellige Werbung, wie das Platzieren von Produkten in Filmen und Shows, ihre Anrüchigkeit. Die landläufig noch als „Schleichwerbung“ bekannte, scheinbar zufällig ins Bild gesetzte Produktofferte werde also „immer gesellschaftsfähiger“.

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