Medienkonzern von General Electric startet Spielfilm-Sender und Computerspielekanal
NBC Universal greift in Deutschland an

Der US-Medienkonzern NBC Universal will in den kommenden Jahren zur dritten Kraft im deutschen Fernsehmarkt aufsteigen. Dazu startet die Tochter des US-Mischkonzerns General Electric zum ersten Mal einen frei empfangbaren TV-Sender außerhalb ihrer Heimatmarktes. Der Konzern setzt bei den Plänen in Deutschland auf "Kapital, Kreativität und Erfahrung", wie Patrick Vien, Chef des internationalen Fernsehgeschäfts von NBC Universal, sagte.

MÜNCHEN. Der Kanal wird am 29. September starten und zu Beginn ausschließlich amerikanische Spielfilme und Serien zeigen. Das Programm stammt vor allem aus den Archiven des Hollywood-Studios Universal und des US-Fernsehsenders NBC. Der Name des neuen Senders ist noch geheim. Nur soviel ist klar: Er soll deutsch sein und einen Bezug zu Hollywood haben.

NBC Universal investiert einen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt. Wann der Kanal die Gewinnzone erreichen soll, ist unklar. Vien sagte nur: "Wir wollen in einigen Jahr profitabel sein." In Unternehmenskreisen wird von einem Jahresumsatz von 30 Mill. Euro ausgegangen. In drei Jahren soll der Erlös auf 100 Mill. Euro steigen.

Der deutsche TV-Markt ist umkämpft. Doch das beeindruckt NBC nicht. "Im ersten Jahr wollen wir einen Marktanteil von einem Prozent erreichen. Im nächsten Jahr sollen es zwei sein", sagte Wolfram Winter, Geschäftsführer von NBC Universal Deutschland, in München.

Der neue Sender attackiert vor allem den Spielfilmsender Kabel 1. Die Tochter von Pro Sieben Sat 1 sendet vor allem amerikanische Filme und Serien und schreibt damit seit Jahren schwarze Zahlen.

Der späte Einstieg von NBC in das frei empfangbare Fernsehgeschäft kommt zu einem ungünstigen Zeitung. Denn der Werbemarkt in Deutschland gilt als der schlechteste in Europa. Seit vier Jahren gehen die Umsätze zurück. Pro Sieben Sat 1-Chef Guillaume de Posch rechnet für dieses Jahr mit einem Minus von zwei Prozent. Die neue RTL-Chefin Anke Schäferkordt erwartet sogar im deutschen TV-Werbemarkt einen Rückgang drei bis vier Prozent.

Die düsteren Aussichten schrecken die GE-Tochter aber nicht. "Wir sind in der Lage den Wettbewerb aufzunehmen. Wir sind ehrgeizig", sagte der 39-jährige Vien. In den neunziger Jahren hatte NBC den harten Wettbewerb nicht standhalten können. Mit dem europäischen Sender NBC Super Channel hatten die Amerikaner rund 500 Mill. Dollar versenkt, bestätigen Unternehmenskreise.

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