Megaupload-Gründer
USA wollen Kim Dotcom den Prozess machen

US-Behörden haben die Auslieferung des Internet-Unternehmers Kim Dotcom aus Neuseeland beantragt. Dem gebürtigen Kieler werden Urheberrechtsverletzungen und Betrug vorgeworfen.
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Wellington Die USA haben einen Auslieferungsantrag gegen den deutschen Gründer der inzwischen gesperrten Internet-Plattform Megaupload vorgelegt. Die neuseeländische Staatsanwältin Anne Toohey, die in diesem Fall die Interessen der USA vertritt, teilte am Montag mit, der Antrag gegen Kim Dotcom sei am Freitag beim Gericht in Auckland eingereicht worden.

Ein neuseeländisches Gericht hatte entschieden, dass der Deutsche gegen Kaution auf freiem Fuß bleibt. Der gebürtige Kieler Kim Dotcom, früher Schmitz, darf in seinem Haus nördlich von Auckland auf die Anhörung im Auslieferungsverfahren im August warten. Die USA wollen Dotcom und einigen seiner Mitarbeiter wegen Urheberrechtsverletzungen und Betrugs den Prozess machen.

Dotcom war im Januar in seinem Anwesen in Coatesville bei Auckland festgenommen worden. Gegen seine Freilassung auf Kaution war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen. Sie fürchtet, dass Dotcom sich mit seiner schwangeren Frau und drei kleinen Kindern nach Deutschland absetzen könnte. Diese Gefahr sah der Richter nicht.

Dotcom muss eine elektronische Fessel am Fußgelenk tragen und sei damit ausreichend zu überwachen. Die US-Behörden werfen Dotcom und seinen Mitarbeitern vor, Copyright-Besitzer in großem Stil um ihre Einkünfte gebracht zu haben. Megaupload sei einer der größten Umschlagplätze für illegale Kopien von Musik und Filmen gewesen. Den Rechteinhabern sei eine halbe Milliarde Dollar Schaden entstanden.

Dotcom weist die Vorwürfe zurück und wehrt sich gegen die Auslieferung. Er darf bis zur Anhörung kein Internet benutzen und sein Haus nur mit Genehmigung der Behörden verlassen. Bei der Festnahme waren Konten Wertgegenstände im mehrstelligen Millionenbereich sichergestellt worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich verstehe es nicht. Es gibt unendlich viele Anbieter für Upload-Server und Filesharing. Wieso soll einer von denen verurteilt werden und die anderen dürfen weitermachen? Und überhaupt, er stellt doch nur den Speicherplatz zur Verfügung. Die urheberrechtlichen Verstöße kommen doch von den Fileshare-PCs. Genauso gut müsste man alle Waffenhersteller verhaften, weil sie für die Morde verantwortlich sind, die mit den von ihnen produzierten Waffen durchgeführt wurden. Hätte es den Megaupload-Server nie gegeben, dann wäre das Filesharing garnicht erst möglich gewesen. Das ist mindestens genauso logisch, wie der Spruch, hätte der Waffenhersteller die Waffe nicht gebaut, dann hätte der Killer damit sein Opfer auch nicht erschießen können. Der Killer bleibt straffrei und der Waffenhersteller wird verurteilt. Was für eine schwachsinnige Rechtssprechung.

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