Mehr Kommunikation und Interaktion
Am „Webmontag“ auf der Suche nach dem Web 2.0

Eine wachsende Zahl von Computerfreaks und einfachen Anwendern, Bloggern und Podcastern, Entwicklern und Kleinunternehmern sucht nach neuen Wegen für mehr Kommunikation und Interaktion im Interne. Das Schlagwort lautet „Web 2.0“. Zum Austausch von Ideen treffen sie sich nicht nur online, sondern auch auf regelmäßigen Veranstaltungen, die als „Webmontag“ bezeichnet werden.

HB FRANKFURT. „Für mich ist Web 2.0 ein gutes Synonym für ein vernetztes interaktives, etwas persönlicheres Internet“, erklärt Jens Grochtdreis auf dem „Webmontag“ in Frankfurt am Main. Er vertritt die Initiative der „Webkrauts“, die sich dafür einsetzt, dass bei der Gestaltung von Web-Seiten die Standards des internationalen World-Wide-Web-Konsortiums (W3C) eingehalten werden. Das ist leider keineswegs selbstverständlich. So haben die Mitglieder der Initiative damit begonnen, die Betreiber von großen Web-Sites in Deutschland auf Mängel in ihrem HTML-Code aufmerksam zu machen.

Für ein Internet von unten setzt sich auch Thomas Wanhoff ein, der die Podcasts - also freie Audiosendungen für den Download auf den MP3-Player - als Teil einer Bewegung für „soziale Medien“ begreift. Deren Ziel beschreibt Wanhoff mit dem Satz: „Die Summe aller Stimmen ergibt ein neues Bild der Realität.“

Wie leicht man dabei in die Fallstricke der Justiz geraten kann, hat Arne Klemper vom Wikipedia-Projekt erfahren: Eine einstweilige Verfügung hat zeitweise die Domain wikipedia.de blockiert. Klemper weist darauf hin, dass das Wiki-Prinzip der ständigen Erneuerung und Verbesserung von Inhalten keinen Mechanismus vorsieht, der das Einstellen bestimmter Inhalte verhindern kann. Damit werde die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob Wikis nicht ständig der Gefahr ausgesetzt seien, „zum Spielball der Juristen zu werden“.

Auch die „Webmontage“ (www.webmontag.de) werden nach dem Wiki-Prinzip geführt. Die erste derartige Veranstaltung gab es im November vergangenen Jahres in Köln, die nächsten Termine sind in Berlin, Leipzig und Hamburg geplant. Hinter diesen Veranstaltungen steht keine Organisation, kein Unternehmen, sondern nur das gemeinsame Interesse, etwas Neues im Internet auf die Beine zu stellen.

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