Mehr Nutzen für Arzt und Patient
Kassen optimieren die Gesundheitskarte

Die elektronische Gesundheitskarte nimmt Formen an. Erste Krankenversicherungen haben ihre IT-Systeme auf den flächendeckenden Einsatz der neuen, chipbasierten Versichertenkarte vorbereitet. Auf der Computermesse in Hannover zeigt die DAK als erste Krankenkasse, welche zusätzlichen Nutzen die Gesundheitskarte für Arzt und Patienten bringen könnte.

HANNOVER. Die Gesundheitskarte dient nicht nur dazu, Basisinformationen wie Name, Geburtsdatum, Adresse und Angaben zur Krankenversicherung zu speichern. Sie enthält neben einem Passbild auch einen Prozessor. Wie ein kleiner Computer kann sie verschiedene Aufgaben übernehmen, etwa Daten verschlüsseln, bei der Authentifizierung helfen, elektronische Rezepte und Notfalldaten speichern oder auf Servern hinterlegte Dokumentationen wie Diagnosen und Arztbriefe abrufen.

Doch der Aufbau der dafür notwendigen IT-Infrastruktur geht nur langsam voran. Denn: Die Integration der unterschiedlichen Softwaresysteme, die Ärzte, Apotheker oder Krankenhäuser im Einsatz haben, ist sehr zeitraubend. Rund 150 unterschiedliche Praxisinformationssysteme, 30 Apothekenverwaltungssysteme und 100 Krankenhaussinformationssysteme sind derzeit in Deutschland im Einsatz. Und alle müssen darauf vorbereitet werden, mit den IT-Lösungen der Kassen und der bei dem Projekt Gesundheitskarte federführenden Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) zusammen zu spielen.

Die Krankenkassen haben bei der Erschließung der neuen Möglichkeiten mit der Gesundheitskarte eine Vorreiterrolle eingenommen. Sie sind bei der Schaffung der Voraussetzungen für die Nutzung der elektronischen Karte weiter als etwa Ärzte oder Apotheker. So hat die Techniker Krankenkasse (TK) ein Verfahren entwickelt, um die Passbilder aller sechs Millionen TK-Versicherten effizient zu verwalten und auf den Karten zubringen, obwohl derzeit in den Testregionen nur einigen tausend TK-Versicherte die neuen Karten nutzen.

Zudem hat die TK wie viele weitere Kassen ein neues System zur Vergabe von Krankenversicherungsnummern eingeführt. Bisher bekam jeder Versicherte eine neue Kennziffer, wenn er den Anbieter wechselte. Mit dem Start der Gesundheitskarte erhalten alle Versicherten eine Zahlenfolge, die sie ihr Leben lang begleitet. "Eine umfangreiche Systemanpassung war notwendig", sagt Ceclie Schank, Projektleiterin Gesundheitskarte bei der Techniker Krankenkasse. Aber mittlerweile sei die neue Krankenversicherungsnummern in alle Geschäftsprozesse der TK integriert.

Die DAK stellt auf der Cebit in Hannover zwei Anwendungen vor, die noch einen Schritt weiter gehen: Die DAK hat zum einen ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Daten auf der neuen Karte online aktualisieren lassen. Wenn etwa nach einem Umzug in den Stammdaten des Versicherten eine neue Adresse vermerkt wurde, wird diese künftig automatisch online an die Karte übermittelt. Wie bislang eine neue Karte auszustellen ist nicht notwendig.

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