Merkel kündigt auf Cebit Förderprogramm an
Milliardensegen für die IT-Branche

Die Bundeskanzlerin hat bei der Eröffnung der weltweit größten Computermesse Cebit ein sechs Milliarden Euro teures Programm "High-Tech-Strategie Deutschland" angekündigt. Angela Merkel richtete allerdings auch mahnende Worte an die Informations- und Telekommunikations-Branche.

jojo/lou/mab/tnt/leo HANNOVER. Das Bundeskabinett habe gestern offiziell beschlossen, bis zum Sommer ein entsprechendes neues Regierungsprogramm für die Informationsgesellschaft in Deutschland zu erarbeiten, sagte sie am Abend in Hannover. Ein Schwerpunkt werde der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur sein.

Damit setzt die Regierung ein Vorhaben um, das bei der Kabinettsklausur im Januar in Genshagen formuliert wurde. "Wir leisten damit einen Beitrag zum Erreichen des Ziels, bis 2010 drei Prozent unserer Wirtschaftsleistung für Forschung und Entwicklung aufzuwenden", betonte Merkel. Insgesamt blickt die Informations- und Telekommunikationsbranche (ITK) optimistisch in die Zukunft. Sie rechnet in den kommenden Jahren mit wachsenden Umsätzen.

Merkel mahnte einen intensiveren Dialog zwischen Politik und Wirtschaft an, um die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu verbessern. Der bereits angekündigte Rat für Innovation und Wachstum werde im Frühsommer seine Arbeit aufnehmen, sagte sie. Er wird von Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer geleitet. Die Kanzlerin kündigte auch einen "nationalen IT-Gipfel" an, der noch in diesem Jahr stattfinden soll. Merkel betonte in ihrer Eröffnungsrede die Bedeutung der ITK-Branche, die in Deutschland mittlerweile den Automobilbau bei der Wertschöpfung überholt habe. Sie appellierte an die Wirtschaft, Innovationen stärker zu fördern: "Nicht nur die öffentliche Hand, sondern auch die Wirtschaft muss ihre Anstrengungen in diesem Bereich intensivieren, um Deutschlands Zukunftsfähigkeit zu wahren."

Messerundgang mit der Kanzlerin

Mit einem Messerundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag die Computermesse Cebit begonnen. Auf der weltgrößten Messe für Informationstechnik und Telekommunikation zeigen mehr als 6200 Aussteller aus 71 Ländern ihre Neuheiten. Bis zum 15. März werden rund 500 000 Besucher erwartet.

Auf dem Programm der Regierungschefin standen Besuche unter anderem bei den Chip-Herstellern AMD und Intel, bei den Computerfirmen IBM, Fujitsu-Siemens und SAP sowie bei den Telefonanbietern Deutsche Telekom und Vodafone. Merkel rief den Chiphersteller AMD zu weiteren Investitionen in Sachsen auf. Der US-Chiphersteller hatte im vergangenen Jahr seinen Standort Dresden deutlich ausgebaut, eine hochmoderne Fabrik für 2,5 Mrd. Dollar errichtet und 1 000 neue Jobs geschaffen. Beim Handelskonzern Metro wollte sich Merkel einen Eindruck von der Entwicklung der Funkchiptechnik RFID verschaffen, die die bisherigen Strichcode-Etiketten auf Waren abgelösen soll.

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