Merkel stellt steuerliche Förderung in Aussicht
Bund stärkt IT-Forschung

Die neue Forschungsförderung der Bundesregierung im Bereich der Informationstechnologie wird die Industrie weit stärker in die Pflicht nehmen als bisher üblich.

BERLIN. "Wir fordern einen erheblichen Beitrag der Wirtschaft: Für jeden Euro Fördergeld müssen die beteiligten Unternehmen fünf Euro beisteuern", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) dem Handelsblatt. Beteiligt sich die Industrie wie erhofft, würde das Programm "IKT 2020" bis 2011 Forschungsprojekte für die Informations- und Kommunikationstechnologie in einem Volumen von rund siebeneinhalb Mrd. Euro anstoßen.

Bisher üblich ist bei Forschungsprojekten eine Industriebeteiligung von 50 Prozent. Mit der neuen Regel "wollen wir die Industrie motivieren, mehr zum Lissabon-Ziel beizutragen", sagte Schavan. Danach sollen die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung bis 2010 von 2,5 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Parallel dazu hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen der Unternehmensteuerreform "Verbesserungen zu Gunsten von Forschung und Entwicklung" in Aussicht gestellt. Dies solle im Gesetzgebungsverfahren geschehen. Es dürfe nicht sein, dass durch die Reform, die das Kabinett heute verabschieden soll, Forschungsaktivitäten von Unternehmen ins Ausland verlagert oder ganz unmöglich würden, sagte Merkel nach einem Treffen mit den Spitzen der Deutschen Wirtschaft.

Insgesamt umfasst das Programm "IKT 2020", das Schavan am Mittwoch auf der Branchenmesse Cebit vorstellt, bis 2011 Forschungsprojekte im Informations- und Kommunikationsbereich für 1,5 Mrd. Euro. Davon unterliegen vier Fünftel der Regel, dass die Wirtschaft fünfmal so viel beisteuern muss. Ein konkretes Projekt ist bereits beschlossen: Für die "Erforschung der nächsten Mobilfunkgeneration" hat das Forschungsministerium sowohl die Betreiber Vodafone und Telekom als auch die Hersteller Alcatel-Lucent, Siemens-Nokia und Ericsson sowie Forschungseinrichtungen gewonnen, sagte Staatssekretär Thomas Rachel. Bis 2010 wollen sie ein System entwickeln, das sechsmal so schnell ist wie die UMTS-Technik.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%