Messe bringt neue Argumente
Online-Werbung im Aufwind

Der Aufschwung ist da, trotzdem sind die Anbieter von Online-Werbung noch nicht ganz zufrieden. Viel zu zögerlich investiere ihrer Meinung nach die Wirtschaft ins Internet. Auf der Messe Online Marketing Düsseldorf (OMD) bewarben die Vermarkter darum kräftig ihre Möglichkeiten - und sie konnten dabei in diesem Jahr auch mit einem neuen Argument aufwarten. Die AGOF-Regelstudie „Internet Facts“ analysiert erstmals die genaue Kundenstruktur von Online-Medien.

stm DÜSSELDORF. Der guten Stimmung auf der Messe taten alle Beschwerden über mangelnde Investitionsbereitschaft keinen Abbruch. Die Online-Werbung hat Zukunft, da waren sich alle einig – jetzt müssen es eben nur noch mehr Firmen merken. Immerhin: Für 2005 rechnet der Bundesverband Digitale Wirtschaft mit 750 Mill. Euro Umsatz in der Branche. Das sind zwar nur 3,8 Prozent des gesamten Werbevolumens in Deutschland, gegenüber 2004 aber eine deutliche Steigerung. Im vergangenen Jahr waren es noch nicht einmal drei Prozent.

Die Online-Vertreter warfen den werbenden Firmen vor allem vor, zu zögerlich mit dem neuen Medium umzugehen. „Die Firmen müssen sich trauen, in einer größeren Kampagne das Potenzial des Internets zu testen“, sagte Matthias Ehrlich, Vorstand von United Internet Media, der Vermarktungsgemeinschaft von web.de und gmx.de.

Zustimmung bekam er von unerwarteter Seite. Jendrik Michel, bei Procter & Gamble zuständig für Onlinemedien, pflichtete ihm bei: „Wir werben viel online und glauben daran, dass Markenbildung über das Internet funktioniert.“ Allerdings warb er auch um Verständnis für die Werbetreibenden: „Wir brauchen eine gewisse Sicherheit, wenn wir den Werbeetat verplanen. Wir müssen uns rechtfertigen, wofür wir unser Geld ausgeben.“

Diese Sicherheit wollen die Onliner nun mit der neuen Studie der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) bieten. Die Arbeitsgemeinschaft der größten Inhalteanbieter und Vermarkter im Internet hat erstmals eine exakte Statistik über die Nutzerstrukturen im Internet erstellt. „Wenn diese Studie ankommt, werden sich die Investitionen in einem guten Jahr spürbar erhöhen“, sagte Michel.

Ihre besondere Stärke sehen die Onliner in der Möglichkeit zum persönlichen Kontakt. Ein Großteil der Aussteller bewarb Marketing per E-Mail. „Permission Based“ lautete hier das Zauberwort – also mit Zustimmung des Umworbenen. Auch das Handy rückt immer mehr in den Fokus der Marketingexperten. Ganz groß im Kommen: Virales Marketing. Das bedeutet, dass ein Hersteller zum Beispiel Spiele auf Handys sendet, die seine Werbebotschaft beinhalten. Gefallen den Benutzern die Spiele, leiten sie sie im Schneeballsystem an Bekannte und Freunde weiter.

Im Vergleich zu den USA oder Großbritannien gibt es jedoch noch einiges aufzuholen. Dort machen die Online-Werber ein Vielfaches des Umsatzes, den die Deutschen erwirtschaften – allerdings auch in wesentlich größeren Werbemärkten. Trotzdem: Spätestens mit der AGOF-Studie soll die jahrelang erwartete Trendwende geschafft werden.

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