Messe für Computer- und Videospiele
„Games Convention“ boomt

Die Leipziger Messe für Computer- und Videospiele "Games Convention" (GC) eilt von Rekord zu Rekord. Stolz nennen die Veranstalter sie in diesem Jahr die "europäische Leitmesse" der Branche. Experten räumen ihr sogar das Potenzial ein, zur weltweit wichtigsten Schau für elektronische Unterhaltung zu werden.

dpa LEIPZIG. Die zuletzt von rasantem Wachstum geprägte deutsche Unterhaltungssoftware-Industrie dagegen kämpft in diesem Jahr mit stagnierenden Umsätzen. Sie will nun neue Zielgruppen erreichen.

"Wir befinden uns in einem Übergangsjahr", sagt der Geschäftsführer des Branchenverbandes, Olaf Wolters. Sony und Nintendo wollen zum Jahresende neue Konsolen auf den Markt bringen. "Es ist normal, dass die Konsumenten sich da beim Kauf neuer Spiele zurückhalten", erklärt Wolters. Im kommenden Jahr erwartet er dann wieder eine "Umsatzexplosion" mit einem Wachstum im zweistelligen Prozentbereich.

Der Umsatz mit Video- und Computerspielen stieg im ersten Halbjahr um gerade einmal ein Prozent auf 469 Mill. Euro. Bei Computerspielen gingen die Erlöse dabei um sieben Prozent auf 219 Mill. Euro zurück, während es bei Videospielen ein Halbjahresplus von acht Prozent auf 250 Mill. Euro gab. Die Erlöse bei Lernspielen in "Edutainment" und "Infotainment" brachen sogar um 19 Prozent auf 110 Mill. Euro ein. Auch die Fußball-WM und die Hitzewelle hätten der Branche nicht gut getan, sagt Wolters. "Das war kein gutes Umfeld für Home-Entertainment."

Die Basis für eine Rückkehr zu alten Wachstumszahlen will die Industrie bei der GC legen. Mehr als 150 000 Besucher werden an den vier Publikumstagen von Donnerstag bis Sonntag erwartet. Die Zahl der Aussteller steigt um 32 Prozent auf 368, sie kommen aus 25 Ländern. Die Fläche wächst um 13 Prozent auf 90 000 Quadratmeter. Im Gepäck haben die Aussteller mehr als 200 Premieren.

Während in den Messe-Hallen die Aussteller mit aufwändigen Präsentationen um das Publikum werben, laufen hinter den Kulissen im Business-Center die Bestellungen für das Weihnachtsgeschäft. Zudem gibt es erneut das Forum für kindgerechte Medien und Schulsoftware "GC family". "Unser Erfolgskonzept ist die Mischung aus Geschäft, Ereignis und Familie", sagt Messe-Geschäftsführer Josef Rahmen. Die GC habe maßgeblich dazu beigetragen, die Branche in der Mitte der Gesellschaft zu etablieren.

Allerdings zeigten sich viele Computerspiel-Freaks darüber enttäuscht, dass Nintendo und Sony ihre neuen Konsolen der nächsten Generation auf der GC noch unter Verschluss halten. Bislang ist nur Microsoft mit seiner Xbox 360 auf dem Markt, Sony hat die Weltpremiere für seine Playstation drei nun für die Spielemesse in Tokio im Herbst geplant. Nintendo gewährt immerhin ausgewählten Fachbesuchern der Games Convention einen ersten Einblick in das Leistungsspektrum seiner Konsole "Wii".

Die Branche will sich neuen Zielgruppen öffnen. Zunehmend sollen auch die ältere Generation sowie Frauen als Spieler gewonnen werden. "Rund ein Viertel der Nutzer ist weiblich, da haben wir noch Nachholbedarf", sagt Wolters. Nintendo sieht sich bei der Erschließung neuer Zielgruppen mit seiner mobilen Konsole DS bereits erfolgreich. Rund 44 Prozent der Nintendo-DS-Spieler seien inzwischen weiblich, sagt Deutschlandchef Bernd Fakesch. Ende Oktober soll die Konsole mit dem Doppelschirm nun für die "modebewusste Dame" in zartrosa herausgebracht werden.

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