Microsoft-Analyse
Nadellas Strategie trägt Früchte

Das Cloud-Geschäft boomt, und Office läuft auf allen Geräten von PC bis iPad. Anleger glauben an die Wende bei Microsoft – und schicken die Aktie nachbörslich in Höhen, die seit 2000 nicht mehr erreicht wurden.

San FranciscoMicrosoft befindet sich im Wandel, das ist kein Geheimnis. Aus dem Software-Unternehmen, das einst Schachteln mit DVDs verkaufte, wird ein Anbieter von Internet-basierten Diensten für Privatkunden und Industrie im mobilen Internet. Die Frage, die sich die Anleger stellen, ist nur, ob das alte Geschäft schneller wegbricht als Konzernchef Satya Nadella das neue aufbauen kann.

Die Antwort kam am Donnerstag in Form der Zahlen zum 1. Quartal des Geschäftsjahres 2016. Starke Wachstumswerte bei den Cloud-Diensten sorgten für eine angenehme Überraschung. Zwar lag der bereinigte Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent niedriger bei 21,7 Milliarden Dollar, aber angesichts der anhaltenden Schwäche im PC-Markt wurde mit weniger gerechnet.

Der bereinigte Nettogewinn lag mit 5,3 Milliarden Dollar nur um ein Prozent unter Vorjahr und damit deutlich höher als erwartet. Als international operierendes Unternehmen lässt sich der Großteil der Verluste auf die Stärke des Dollars zurückführen. Bei konstanten Wechselkursen hätte der Umsatzverlust nur zwei Prozent betragen. Der Nettogewinn hätte sogar elf Prozent höher gelegen.

Treiber des Geschäfts war das kommerzielle Cloud-Business, also Speicher, Rechenleistung und Software im Internet für Unternehmenszwecke. Die sogenannte „run rate“ liegt hier bei 8,2 Milliarden Dollar. Die Kennziffer beschreibt den Umsatz auf Sicht von zwölf Monaten, der sich ergäbe, könnte das Unternehmen den Quartalsgewinn in gleicher Höhe über das komplette Jahr fortschreiben. Mit diesem Wert würde Microsoft sogar Amazons Webservice schlagen, der 7,3 Milliarden Dollar „run rate“ meldet.

Die Sparte „Productivity and Business Processes“, deren Großteil die Bürosoftware Office stellt, brachte 6,3 Milliarden Dollar ein, ein Minus von drei Prozent. Währungsbereinigt wären es Plus vier Prozent. 18,2 Millionen Privatkunden haben mittlerweile die Bürosoftware im Internet abonniert, im Schnitt kommen drei Millionen pro Quartal dazu.

Damit nähert sich die Sparte immer stärker der Division „More Personal Computing“ an, in der die Windows-Software gebündelt ist. Hier brach der Umsatz um 17 Prozent zum Vorjahr ein; es konnten aber immer noch 9,4 Milliarden Dollar erzielt werden. Das neue Windows 10 ist laut Microsoft mittlerweile auf 110 Millionen PCs installiert.

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Abhängigkeit von Windows und PC-Geschäft nimmt ab

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