Microsoft arbeitet mit Hochdruck an einem stabileren und nutzerfreundlicheren Nachfolger von Windows XP
Longhorn soll mehr Angriffe abblocken

Longhorn kommt, und auch der Termin scheint nicht mehr zu wackeln: Ab 2006 will Microsoft das vorerst so getaufte Nachfolgeprogramm zu Windows XP auf den Markt bringen. Das hat CEO Steve Ballmer in dieser Woche bestätigt. Es könne allerdings auch der 31. Dezember 2006 werden, räumte Ballmer ein.

HB DÜSSELDORF.Während die Microsoft-Entwickler mit Hochdruck an neuen Features basteln, sehen Computerexperten in aller Welt schon gespannt der Vorabversion entgegen, die zu Testzwecken ab 2005 verteilt wird. Die offizielle Betaphase, ein groß angelegter Test bei Entwicklern und Kunden, dient dem frühzeitigen Aufspüren von Schwachstellen.

Longhorn ist nur ein Arbeitstitel. Wie die kommende Generation des Betriebssystems bei der Markteinführung heißen wird, ist noch unklar. Allerdings zeichnet sich ab, was Longhorn ausmachen wird. „Wir wollen Windows nicht nur einfacher bedienbar machen, sondern widmen uns vor allem den Themen Sicherheit und Zuverlässigkeit“, erklärt Chefentwickler Jim Allchin. Durch eine besser durchdachte Systemarchitektur würden es Viren, Würmer, Hacker und Spam schwer haben, Longhorn-Systeme anzugreifen.

Auch die Benutzeroberfläche verändert ihr Gesicht: Fenster, Icons und Menüleisten bekommen ein schickes 3D-Design verpasst. Alles ist aufwändig animiert, Menüs und Fenster erscheinen auf Wunsch transparent oder auch wie dreidimensional aufgehängte Papiere. Das setzt allerdings eine leistungsfähige 3D-Grafikkarte voraus.

Die „Aero“ getaufte Benutzer-Ästhetik erinnert stark an die „Aqua“-Oberfläche von Mac OS X. In diesem Punkt wird es aber sicher noch Veränderungen geben. Außerdem können Longhorn-Benutzer ohnehin auf Knopfdruck das gesamte Erscheinungsbild austauschen. Neu ist die frei positionierbare „Sidebar“: Hier kann sich der Benutzer an prominenter Stelle zeigen lassen, was ihn interessiert. Ob aktuelle Börsennachrichten, neu eingetroffene E-Mails, Verkehrsinformationen oder Informationen aktuell verwendeter Programme – das bleibt jedem selbst überlassen.

Auch technologisch wird es gravierende Änderungen geben: Kern von Longhorn ist „WinFX“. Eine Programmbibliothek, die nicht nur Longhorn selbst mit seinen Anwendungen nutzen wird. Sie steht darüber hinaus auch den Entwicklern von Windows-Anwendungen zur Verfügung. WinFX löst die bisherige Windows-API ab. Laut Allchin sollen die Programme kleiner werden. So reichten wenige Programmzeilen, um für eigene Programme eine optisch ansprechende Oberfläche zu realisieren. Der Nachteil: Solche Anwendungen werden dann ausschließlich unter Longhorn laufen – und streiken auf Rechnern mit älteren Windows- Versionen.

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