Microsoft
Augen auf beim Windows-Kauf

Rund 15 Millionen Alt-PCs will Microsoft in Deutschland mit seinem neuen Betriebssystem erreichen. Windows 7 ist die ideale Frischzellenkur für ältere PCs - wenn man einige Stolperfallen beachtet. Im Test macht Windows 7 bereits auf einem Mittelklasserechner ordentlich Spaß.
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DÜSSELDORF. Oliver Kaltner ist mehr als optimistisch. "Es gibt rund 25 Mio. PCs in Deutschland, die wir für umrüstfähig halten", sagt der Vertriebschef für den Konsumentenbereich bei Microsoft Deutschland im Gespräch mit dem Handelsblatt. "Rund 15 Mio. davon wollen wir auch mit Windows 7 erreichen." Zum ersten Mal in der Geschichte wird ein Betriebssystem nicht nur mittelfristig über die Auslieferung neuer Rechner in den Markt gedrückt - Microsoft will ausdrücklich auch die Besitzer von Alt-PCs ansprechen. Das Vertriebsnetz hat Kaltner dafür schon umgekrempelt. Aber werden die Kunden auch mitziehen?

Das ist fraglich. Insgesamt ist Windows 7 schöner, stabiler und durchdachter als die Vorgänger XP oder Vista. Die Nutzeroberfläche wurde gründlich überarbeitet und entschlackt, gravierend ist die Änderung der Taskleiste. Es gibt nur noch Icons, keine Namen mehr für laufende Programme. Ist der Cursor über einem Icon platziert, so öffnet sich ein verkleinertes Abbild des laufenden Prozesses. Zwischen Schnellstartleiste und Taskbar gibt es auch keinen Unterschied mehr. Jedes Icon, das in die neue Taskbar gezogen wird, kann unmittelbar von dort gestartet werden.

Trotzdem: Das blinde Umrüsten eines laufenden Systems kann unangenehme Folgen haben. Faustregel: Läuft Windows Vista problemlos und ist der Rechner nicht älter als zwei bis drei Jahre, macht Windows 7 keine Probleme. Für einen ersten Test des eigenen PCs zu Hause bietet Microsoft auf seiner Homepage ein Programm zum Download an, das die Leistungsfähigkeit des Rechners analysiert.

Vista-Rechner werden per Update aufgerüstet, installierte Programme und Daten bleiben erhalten. Bei Windows XP hilft nur eine Neuinstallation. Datenbestände werden in ein eigenes Verzeichnis verschoben, sie sollten aus Sicherheitsgründen trotzdem immer zusätzlich extern gesichert werden. Installierte Programme müssen neu aufgespielt werden.

Moderne Prozessoren, etwa ab AMD Athlon 64 und Intel Dual-Core, sind in sogenannter 64-Bit-Architektur aufgebaut. Das bedeutet, sie verarbeiten mehr Befehle gleichzeitig und die Grenze von 3,2 Gigabyte Arbeitsspeicher, die von 32-Bit-Betriebssystemen wie Windows XP nur direkt adressiert werden können, fällt weg. Besonders Bild- oder Videobearbeitungsprogramme profitieren davon, die viele Daten im Speicher halten müssen. Ob der eigene Prozessor die notwendige Architektur schon besitzt, ermitteln kostenlose Programme wie CPUid oder Intel Processfinder.

Nötig wäre dann auch ein Windows 7 in der 64-Bit-Version (statt der üblichen 32-Bit-Version). Ein Upgrade von 32-Bit-Vista auf ein 64-Bit-Windows 7 ist nicht möglich - eine Neuinstallation ist nötig. "Der Umstieg auf Windows 7 mit 64 Bit ist eine gute Investition in die Zukunftssicherheit eines Systems", bestätigt Jens Neuschäfer, Produktmanager beim Grafik- und Halbleiterspezialisten Nvidia.

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